Solothurner Filmtage

Bruderzoff und Bruderliebe an ersten zwei Solothurner Filmtagen

Solothurn bietet dieses Jahr zwei Uraufführungen

Solothurn bietet dieses Jahr zwei Uraufführungen

Einen Tag nach dem sympathischen Eröffnungsfilm «Zwerge sprengen», der auf den Publikumspreis hoffen darf, haben die Solothurner Filmtage härteren Stoff präsentiert. In «La guerre est finie» von Mitko Panov geht es um die Wege zweier sehr unterschiedlicher Brüder.

Während "Zwerge sprengen", der beschwingt vom Auf und Ab im Leben der Familie Schöni erzählt, im beschaulichen Emmental spielt, bildet der Kosovo-Krieg Ende der 90er Jahre den Hintergrund von "La guerre est finie". Der aus Mazedonien stammende Regisseur lebt heute in La-Chaux-de-Fonds.

In seinem Film ziehen Osman und Rasim Rahmani mit ihren Familien aus dem Kosovo in die Schweiz. Osman, der jüngere, hat sich hier kühl rechnend noch vor dem Krieg eine Existenz aufgebaut. Der heimatverbundene Rasim folgt erst nach, als es sich nicht mehr umgehen lässt.

Als Flüchtling lebt er in den Nuller Jahren mit wenig Rechten in der Schweiz und soll das Land schliesslich wieder verlassen. Seinen Kindern zuliebe wehrt er sich gegen die Ausschaffung.

Um Asylpolitik geht es in Panovs Film allerdings nur ganz am Rande. "La guerre est finie" ist ein geglückt konservativer Film, der vom Wert der Traditionen, der Familie und der Erinnerung handelt. Das berührende Werk ist im Rennen um die beiden grossen Preise der Filmtage, den "Prix de Public" und den "Prix de Soleure".

Neben "Zwerge sprengen" gibt es an den Solothurner Filmtagen 2010 unter den langen Spielfilmen nur noch eine Uraufführung: Der Tessiner Film "Sinestesia" von Erik Bernasconi mit Melanie Winiger und Leonardo Nigro feiert am Freitagabend Premiere. Gemäss Ankündigung geht es auch hier um Alltagsfreud und -leid.

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