Die Jury hebt in ihrer Begründung insbesondere Bruggers kritischen Blick auf gesellschaftliche Phänomene und Geschlechterrollen hervor, wie die Abteilung Kultur des Präsidialdepartements am Mittwoch mitteilte. Sie zolle zudem dem Mut Respekt, mit dem die Künstlerin etablierte Macht- und Repressionsstrukturen aufzuzeigen und aufzubrechen versuche.

Brugger lancierte etwa das Schreibprojekt "Who writes his_tory?", das die Diskriminierung von Frauen im Internet hinterfragt und bei welchem Wikipedia-Artikel überarbeitet werden. Zudem hatte sie das Projekt "Knastradio" mitinitiiert, bei dem junge Straffällige in verschiedenen Schweizer Justizvollzugsanstalten eigene Radiosendungen produzierten.

Die 1983 in Laufen geborene Brugger wohnt seit 2010 in Basel. Sie absolvierte den Vorkurs an der Schule für Gestaltung Basel, danach die Studiengänge "Art Education" an der Zürcher Hochschule der Künste sowie "Fine Arts" an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. Sie unterrichtet an der Schule für Gestaltung Basel.

Der Kulturförderpreis wird von der Abteilung Kultur zum sechsten Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 5. Juni statt.