Andrea Flückiger

Ein bisschen Wehmut schwingt in der Stimme von «Froueträff»-Mitglied Kathrin Schefer mit, als sie vom Konzert am letzten Freitagabend erzählt. Nicht ohne Grund: der witzig-spritzige, gänzlich ausverkaufte Musikkabarett-Abend mit dem Musikerinnen-Trio «siJamais» war die Abschiedsveranstaltung des «Froueträffs» Koppigen.

«Angefangen hat alles im Jahre 2001: Danielle Bill, damals Gemeinderätin in Koppigen, vertrat die Ansicht, dass sich Frauen vermehrt in die Politik einbringen sollten», berichtet Schefer. Um die Bürgerinnen vermehrt aus ihrem politischen Dornröschenschlaf zu wecken, schwebte der Gemeinderätin vor, verschiedene Anlässe zu frauenspezifischen Anliegen durchzuführen - damit das weibliche Geschlecht merke, dass Politik auch die Frauen angehe: «Danielle Bill fragte Frauen aus den drei Dorfparteien SP, SVP und FDP/FOP an, ob diese nicht bereit wären, von Zeit zu Zeit solche Anlässe zu organisieren." So entstand eine überparteiliche Gruppe: der «Froueträff».

Ein bis zwei Anlässe pro Jahr

«Wir organisierten jeweils ein bis zwei grössere Anlässe pro Jahr - Vorträge, Diskussionsforen und Streitgespräche», erklärt Schefer. Themen seien unter anderem die Verwahrungsinitiative, der Mutterschaftsurlaub, «Rechtliche Vorsorge für Frauen» und «Beruflicher Wiedereinstieg» gewesen: «Da wir nicht nur altersmässig, sondern auch von der Gesinnung her zum Teil weit auseinander lagen, achteten wir stets darauf, dass wir auch bei unseren Anlässen ein möglichst breites Spektrum an Meinungen präsentieren konnten.»

Interesse schwand

Ein weiterer Anlass des «Froueträffs» sei der Mandatsträgerinnen-Höck gewesen, erzählt Kathrin Schefer: «Ziel dieses Treffens war, dass sich die Kommissionsmitglieder und Gemeinderätinnen des gesamten Gemeindeverbands Koppigen kennen lernen und austauschen konnten.» Und tatsächlich, der ersten Einladung seien rund zwanzig Frauen gefolgt, meint die 41-jährige Mutter zweier Kinder.

Leider sei das Interesse am Mandatsträgerinnen-Höck, aber auch an frauenspezifischen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Streitgesprächen stets kleiner geworden, meint die engagierte Koppigerin: «Die letzten Male waren wir noch zehn bis zwölf Teilnehmerinnen - zusammen mit den «Froueträff»-Mitgliedern. Zwar war es immer sehr interessant und äusserst lehrreich, aber der Aufwand für so wenig Publikum lohnte sich schlichtweg nicht mehr.»

Zum Abschied etwas Besonderes

So hätten die Mitglieder des «Froueträffs» im Verlaufe des letzten Jahres beschlossen, die Gruppe aufzulösen: «Ja, und zum Abschied wollten wir den Bürgerinnen und Bürgern des Gemeindeverbands Koppigen nochmals etwas Besonderes bieten - auch etwas Politisches, aber eben in einer etwas anderen Form. So organisierten wir das Konzert mit dem Musikerinnen-Trio ‹siJamais›.» Und ausgerechnet an diesem Abschiedsanlass verzeichnete das «Froueträff»-Team
einen Rekord: keine der anderen «Froueträff»-Veranstaltungen hatte je 120 BesucherInnen - also ein volles Haus - verbuchen können...