«Berühmtester Aarauer»

Die Arbeitsgruppe mit Markus Meier und Herbert Hunziker, Mathematiklehrer an der Alten Kantonsschule Aarau und Werner Meier, ehemaliger Mathematiklehrer der Kanti Aarau, bei ihrer ersten Sitzung

Einstein

Die Arbeitsgruppe mit Markus Meier und Herbert Hunziker, Mathematiklehrer an der Alten Kantonsschule Aarau und Werner Meier, ehemaliger Mathematiklehrer der Kanti Aarau, bei ihrer ersten Sitzung

Eine Arbeitsgruppe lancierte mit einer ersten Besprechung am Montagabend die Idee einer Gedenktafel für Albert Einstein im neuen Aarauer Bahnhof.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fragte sich ein siebzehnjähriger Schüler der Alten Kantonsschule Aarau, was man denn sähe, wenn man dem Licht mit dessen eigener Geschwindigkeit nachzueilen vermöchte: «Man hätte eine ruhende Welle vor sich. So etwas scheint es aber doch nicht zu geben!» Diese Überlegung war Albert Einsteins (1879-1955) erstes Gedankenexperiment, das mit der speziellen Relativitätstheorie zu tun hat.

«Aarau ist zu zurückhaltend»

Am vergangen Montagabend traf sich eine Arbeitsgruppe an derselben Kantonsschule im Zimmer 217 des Karrer Hochhauses zu einer ersten Besprechung des Projektes «Gedenktafel für Albert Einstein im Aarauer Bahnhof». Werner Meier, Herbert Hunziker und Markus Meier nennen sich vorerst noch Idealisten mit einer Idee, denn das Projekt wurde soeben lanciert. «Jede Stadt wirbt mit ihren berühmten Persönlichkeiten.

Jedoch wissen viele Leute aus der Region nicht einmal, dass Einstein die alte Kantonsschule in Aarau besucht hat und im Oktober 1896 seine Matura hier bestanden hat», erklärt Hunziker, Herausgeber des Buches «Der jugendliche Einstein und Aarau». Die Stadt Aarau sei zu zurückhaltend. Ausserhalb der alten Kantonsschule erinnere nur noch eine kleine Tafel an seinem Wohnhaus, das Restaurant Einstein und ein Einstein-Spazierweg an den wohl bekanntesten Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts.

Die Arbeitsgruppe steht vor verschiedenen schwierigen Aufgaben: Auf eine erste Anfrage reagierte die Stadt Aarau negativ. Ausserdem ist die Finanzierung des Projektes noch offen. Die Initianten wünschen sich kein riesiges Monument, sondern eine diskrete Gedenktafel an einem publikumswirksamen Ort.

Der neue Bahnhof Aarau sei ein optimaler Platz für diese Tafel. Einerseits benutzte Einstein oft Züge zur Veranschaulichung seiner Gedankengänge, andererseits symbolisieren seine ersten Ideen zur Relativitätstheorie den Aufbruch zu einer neuen Welt. Mit dem Zug als damals wichtigstem Transportmittel reiste seine Idee rund um den Globus.

Einstein lobt Aaraus Gymnasium

Für Albert Einstein war die Zeit in Aarau einer der schönsten seines Lebens. Er lobte die im Vergleich zu den deutschen Gymnasien scheinbar liberalere Kantonsschule Aarau. «Ohne spitzfindige Reglementiererei» bringe man Lehrer und Schüler zu verantwortungsvollem und freudigem Arbeiten. Man stimmt Albert Einstein gerne zu: Ein durchschnittlicher Kantonsschüler in Aarau hätte sich in diesem jugendlichen Alter kaum Gedanken zu derart abstrakten Themen gemacht.

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