Kunst

Bekanntes und Überraschendes von Hans Erni in Luzern

Doris und Hans Erni in Luzern

Doris und Hans Erni in Luzern

Das Kunstmuseum Luzern zeigt aus Anlass von Hans Ernis 100. Geburtstag eine umfassende Werkschau des populären und umstrittenen Künstlers. Die 230 ausgestellten Werke machen Ernis Entwicklung und Themen aus 81 Schaffensjahren deutlich.

Die bis am 4. Oktober geöffnete Retrospektive beginnt und endet mit dem monumentalen Gemälde "Die Schweiz, das Ferienland der Völker". Für Museumsdirektor Peter Fischer ist dies ein Schlüsselwerk Ernis und der Schweizer Kunst.

Erni montierte in diesem Werk für die Landesaustellung 1939 aus bereits existierenden Bildern und Fotosujets ein komplexes Bild der Schweiz. Diese Technik war damals neu und nicht unumstritten.

In vier Sälen hängen 70 Werke von 1928 bis 1942. Sie zeigen den jungen, neugierigen Erni, der sich verschiedene moderne Stile aneignete und ausprobierte. Der Luzerner lebte damals auch in Paris und gehörte der Avantgarde-Bewegung "Abstraction - Création" an.

Die Ausstellung will zwischen Anhängern und Kritikern Ernis vermitteln. Er wolle dem Publikum einen distanzierten Blick ermöglichen und die Stärken des 80 Jahre umspannenden und komplexen Gesamtwerkes sichtbar machen, sagt Fischer.

Die Ausstellung zeigt auch den engagierten Zeitgenossen Erni, der 1949 wegen seines marxistischen Gedankenguts in Ungnade fiel. Vor allem mit Plakaten bezog er immer wieder zu sozialen und ökologischen Themen Stellung.

Auch das jüngste Bild der Ausstellung ist politisch. Erni malte "Verscharrte Opponenten" am 17. April als Reaktion auf eine Nachricht über ein Massengrab.

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