Gundi Klemm

Unbestritten ist der hohe künstlerische Erfolg, den die 21 Aufführungen der Emerich-Kalman-Operette «Gräfin Mariza» eingespielt haben. Man trifft wohl niemanden im zahlreichen Publikum, der sich nicht begeistert an dieses musikalische Ereignis erinnert und sich eine Fortsetzung wünscht. Im Hochgefühl der «Derniére» hatte Gesamtleiter Hermann Gehrig bereits eine Weiterführung der musikalischen Arbeit angekündigt. Auch die später einsetzende «Manöverkritik» im Trägerverein «Musik im äusseren Wasseramt» kam zum gleichen Ergebnis: «Wir wollen weitermachen.» Dafür allerdings, so zeigte die Aussprache, müssen die vielen Aufgaben dieses Grossunternehmens, die bei der «Mariza»-Vorbereitung auf zu wenigen Schultern lasteten, besser verteilt werden. «Wir sind jetzt dabei, ein erweitertes Team zu bilden, dass alle Bereiche dieses Grossprojektes abdeckt», betont Hermann Gehrig, der als bisheriger pragmatischer Macher und Zugpferd im Sinne der künstlerischen Verantwortung entlastet werden soll. Heinz Lehmann (Biberist), Präsident des jetzt 100 Mitglieder zählenden Vereins «Musik im äusseren Wasseramt», würdigte Gehrigs kreativen und organisatorischen Einsatz, der so viel mehr beinhaltete, als man vordergründig überhaupt gewusst habe.

«Fortsetzung bedenkenlos zugestimmt»

Hilfe erwuchs dem Verein während der Probenzeit in der Person von Hans Fuchser (Wangen a/A). Der frühere Finanzverwalter verstärkte die strategische Ausrichtung des gesamten Operetten-Unternehmens. Als leidenschaftlicher Organisator erkannte er gewisse Probleme, nahm den Faden auf und unterstützte das Gelingen. «Dabei haben wir wesentliche Einsichten für die neue Spielzeit gewonnen», so Fuchser rückblickend. Zum Einstieg gereizt habe ihn die viel bewunderte Flexibilität und Grosszügigkeit von Gehrig und seiner Tochter Melanie, die neben ihrer Solorolle als Gräfin zusätzlich Verantwortung für weite Bereiche des Gesamtwerks trug. Das Ziel erreicht zu haben, bestätigt auch Ernst Aeschlimann, der als Vereinsvizepräsident, Landwirt und Bauverantwortlicher seinen Hof für die Aufführungen zur Verfügung stellte. «Alles in allem handelte es sich um ein Riesenunternehmen, das uns als Familie anfänglich fast über den Kopf zu wachsen drohte.» Doch das Fingerspitzengefühl von Hermann und Melanie Gehrig im Umgang mit derart vielen Mitwirkenden mitsamt der Begeisterung im Publikum habe sie so positiv gestimmt, «dass wir einer Fortsetzung der Operettenaufführungen ohne Bedenken zugestimmt haben.»

Anfragen von unterschiedlicher Seite

In der Vorweihnachtszeit haben bereits zwei gut aufgenommene Konzerte in Seeberg und Wangen stattgefunden. Der Chor Crescendo, der sich noch über einige Männer- und Frauenstimmen freuen würde, beginnt am 21. Januar wieder mit seinem wöchentlichen Probeabend im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. «Das Chorrepertoire für «Die lustige Witwe» werden wir anfänglich selten singen. Vorerst wollen wir uns auf unsere Sommermusik-Woche Anfang Juli konzentrieren», plant Hermann Gehrig als Chorleiter. Vorgesehen sind acht stimmungsvolle Anlässe, die an verschiedenen Orten in der Region zwischen Wangen, Koppigen und Solothurn durchgeführt werden sollen. Gesichert ist bereits eine Veranstaltung im Näijere-Hus in Hersiwil. Das von Abend zu Abend wechselnde Programm widmet sich einmal Vertonungen des Solothurner Dichters Josef Reinhart, dann einer Aufführung der Toggenburger Messe, weiteren Konzerten mit klassischen Kunstliedkompositionen und mit dem Schwerpunkt Musical. Schliesslich gestalten die Solostimmen des Quartetts Crescendo einen besonderen Auftritt. Natürlich soll auch die Adventszeit 2010 wieder musikalisch gefeiert werden. Inzwischen erhält Gehrig Anfragen von verschiedensten Kräften, die auch an einem so einmaligen und Erlebnis wie einer Operettenaufführung auf dem Lande mitwirken wollen.