Chronik Mümliswil-Ramiswil

Auf die Arbeit folgt die Arbeit

Gewichtiges Kapitel der Chronik: Grosskundgebung am 9. Januar 1969 gegen die Pläne für einen Armeeschiessplatz im Guldental. (Bild: ZVG)

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Gewichtiges Kapitel der Chronik: Grosskundgebung am 9. Januar 1969 gegen die Pläne für einen Armeeschiessplatz im Guldental. (Bild: ZVG)

10 Jahre hatte eine ganze Gruppe am Werk «Das Guldental, Geschichte von Mümliswil-Ramiswil» gearbeitet. Letztes Jahr ist es erschienen, doch die Arbeit für die Autoren ist nicht zu Ende. Denn jetzt muss das ganze Material noch archiviert werden.

Alois Winiger

Zwei Bände mit je 400 Seiten umfasst das Werk. Längst nicht alles Material fand darin Verwendung, welches das Autorenteam über Jahre hinweg dafür zusammengetragen hatte. Wohl annähernd ein Band mehr hätte gefüllt werden können, wie sich nach Erscheinen des Werks im Dezember letzten Jahres herausstellt.

Denn jedem der Autoren Urs Jaeggi, Theo Borer, Hanspeter Vögtli, Josef Scacchi, Josef C. Haefely, Herbert Brunner und Bernhard Jäggi sind im Nachhinein Schriften, Postkarten, Fotos und weitere Dokumente, ja sogar ganze Sammlungen angeboten worden. Nicht weniges davon wäre gut verwertbar gewesen, berichtet Urs Jaeggi, Präsident der Arbeitsgruppe.

Unter anderem auch zu jenem Thema sei neues Material aufgetaucht, dem in der Chronik gut 15 Seiten gewidmet sind: die Wasserfallenbahn, deren Baubeginn im Dorf grosse Umwälzungen auslöste. «Es ist ein bisschen schade, dass die Leute nicht schon damals reagiert haben, als wir per Inserat nach Material suchten.» Aber verloren sei dieses natürlich nicht, betont Jaeggi.

Was allerdings weiteren Aufwand für die Arbeitsgruppe bedeute. «Man muss die Leute fragen, ob sie die Originale dem Gemeindearchiv übergeben würden oder ob man davon Kopien herstellen könne.» Allenfalls sei auch eine Leihgabe möglich.

Alles erscheint wichtig

Doch jetzt geht es erst einmal darum, das für die Chronik verwendete Material so aufzubereiten, dass es im Gemeindearchiv bzw. im Kultugüterschutzraum deponiert werden kann. Dafür zuständig ist Gemeindeschreiber Josef Tschan. An einer Sitzung mit dem Autorenteam erklärte er, wie vorzugehen ist: «Wir halten uns dabei an jene Richtlinien, die das Amt für Gemeinden im Oktober 2007 herausgegeben hat.»

Tschan ermahnte die Autoren gleich zu Beginn, bei der Auswahl streng gegenüber sich selber zu sein. «Es ist verständlich, dass einem alles wichtig erscheint, aber es kann nun einfach nicht alles archiviert werden.» Die Archivstelle behalte sich vor, Material auszuschliessen. Es seien zum Beispiel keine Archivalien aufzubereiten, die bereits anderswo archiviert sind, so etwa Regierungsratsbeschlüsse; diese sind im Staatsarchiv abgelegt.

So werden nun die Autoren Dokumente und Unterlagen nach Themen ordnen und mit einem Deckblatt abzuliefern haben, das mit Bleistift oder Kugelschreiber mit dokumentenechter Tinte beschriftet ist. «Das ist ebenso wichtig wie anschliessend das Aufbewahren in säurefreien Behältern», führte Tschan aus.

Denn sonst zersetze sich das Material mit der Zeit. Viele Dokumente und Fotos sind auf CD oder DVD gespeichert. «Wie lange diese halten, darüber streiten sich die Experten», bemerkte Tschan. Daher würden diese Daten auf dem Server der Einwohnergemeinde gespeichert und fortgeschrieben.

Ein halbes Jahr Zeit

Die Autoren hörten dem Gemeindeschreiber aufmerksam zu, stellten noch einige Fragen zu Details, und es schien, als sähen sie einen «Berg Arbeit» vor sich. Abgabetermin ist Frühling 2010. Aber selbstverständlich haben alle ein grosses Interesse daran - und dürfen auch stolz darauf sein, dass ihre Beiträge für das «Unternehmen Chronik» so aufbewahrt wird, dass es auch kommenden Generationen zur Verfügung stehen kann.

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