Caravaggio

Auch ein «Haydn-Spass» geht einmal zu Ende

Das Caravaggio-Ensemble und der Solo-Oboist Kurt Meier (Mitte) bei ihrem Auftritt in Laufenburg.

Caravaggio Quartett

Das Caravaggio-Ensemble und der Solo-Oboist Kurt Meier (Mitte) bei ihrem Auftritt in Laufenburg.

Das Basler Caravaggio-Quartett schliesst die Konzertreihe in der Laufenburger Stadtkirche ab.

Ein besonderes Musikerlebnis war das Abschlusskonzert der Reihe «Winer Klassik - Ein HaydnSpass» anlässlich des 200. Todesjahres von Joseph Haydn. Das Caravaggio-Quartett aus Basel und der Gastsolist Kurt Meier, Professor für Oboe an der Hochschule für Musik Luzern, boten in der Stadtkirche Laufenburg musikalische Juwelen dar. Die Zuhörer dankten mit begeisterten Applaus und durften sich am Ende über eine Zugabe freuen.

Joseph Haydn gilt nicht nur als Vollender der Wiener Klassik, sondern auch als Erfinder des Streichquartetts. 83 Werke dieses Genres stammen aus seiner Feder. Der Komponist hatte Sinn für Humor, und das floss auch in sein Schaffen ein. Das kommt zum Beispiel in den in kleine Melodien gesetzten Scherzi im «Streichquartett Es-Dur op. 33/2» zum Ausdruck. Das Werk gehört zur Gruppe der sechs «Russischen Quartette», entstanden zwischen 1778 und 1781, die durch ihren ausgefeilten Stil bestechen. Jedes Motiv geht ohne Unterbrechung aus dem vorangegangenen hervor, jedes Instrument hat seine Besonderheit.

Zur Jahreszeit passte das wundervolle «Oboenquintett in C-Dur, op. 58» von Franz Krommer mit Kurt Meier an der Oboe. Der in Böhmen geborene Krommer wäre in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden. Geschrieben ist dieses Quintett in einem beeindruckend klaren Stil, voller Optimismus und Wohlklang. Schnelle Sätze mit jubilierenden Motiven wechseln sich ab mit zarten Passagen. Ein Hochgenuss war das Spiel der Oboe, die übermütig ihre Akzente setzte. Mit dem letzten vollständig erhaltenen Streichquartett von Haydn, dem «op. 77/2» in F-Dur, klang der Abend in Laufenburg aus.

Leuchtkraft, Brillanz und eine klare Interpretation sind die Merkmale des Basler Quartetts, das sich nach dem bedeutenden Maler des italienischen Frühbarocks, Caravaggio, nennt. Caravaggio war der Erste, der eine handwerklich vollkommene Violine darstellte. Die vier Künstler haben langjährige Erfahrungen als Solisten und im Ensemble, seit 2005 konzertieren sie regelmässig gemeinsam im In- und Ausland. Kurt Meier tritt seit vielen Jahren weltweit als Solo-Oboist auf. (ari)

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