Asterix soll seinen Erfinder überleben

Asterix und sein geistiger Vater Albert Uderzo im Jahre 1985.

Uderzo

Asterix und sein geistiger Vater Albert Uderzo im Jahre 1985.

Albert Uderzo will die Serie weiterlaufen lassen und hat bereits seine Nachfolger bestimmt.

Stefan Brändle, Paris

Auch ohne Zaubertrank haben die 33 Asterix-Bände Eindrückliches geleistet: 325 Millionen Exemplare wurden in einem halben Jahrhundert verkauft. Dazu kommen acht Trickfilme, drei Spielfilme, ein erfolgreicher Vergnügungspark nördlich von Paris und jede Menge Merchandising-Produkte.

Die erste Asterix-Geschichte erschien am 29. Oktober 1959 in der französischen Jugenzeitschrift «Pilote», zwei Jahre später gefolgt vom ersten Album «Astérix le Gaulois». Der Erfolg stellte sich sofort ein, und nicht nur in Frankreich. Denn Asterix ist nicht nur ein Gallier, sondern trägt auch universelle Züge - er ist der kleinwüchsige David, der es mit dem römischen Goliath aufnimmt und der dank dem Zaubertrank und seiner Schlauheit «jede Geschichte zu einem guten Ende bringt», wie Albert Uderzo dieser Tage bei einem Pressetreffen in der Pariser Nationalbibliothek erklärte.

Der Zeichner, Autodidakt italienischer Abstammung, muss seit gut zwanzig Jahren nicht mehr nur die Bildrahmen, sondern auch die Sprechblasen füllen: 1977 war sein Partner, der geniale Texter René Goscinny, völlig unerwartet an Herzversagen gestorben. Der 82-Jährige wirkte bei dem Journalistentreffen körperlich müde, aber geistig frisch und schlagfertig wie seine Comic-Helden. Seinen Anteil am Eigenverlag «Albert René» hat er unlängst an den französischen Grossverlag Hachette verkauft.

Seine eigene Tochter verklagte ihn allerdings auf Schadenersatz. Und dieser Familienstreit endet nicht in Minne wie jeweils die Asterix-Episoden beim Dorfbankett. Sylvie Uderzo hält ihrem Vater über die finanziellen Ansprüche hinaus vor, er betreibe den «Ausverkauf» der Serie. Bis zum Hachette-Deal hatte der Autor stets erklärt, die Gallierfiguren würden mit seinem Ableben ebenfalls zur wohlverdienten Ruhe kommen. Nun überraschte er mit der Ankündigung, dass es auch über seinen Tod hinaus eine Fortsetzung geben werde.

Mit den frankomarokkanischen Brüdern Frédéric und Thierry Mébarki, die heute schon die Merchandising-Produkte von Asterix schaffen, habe er selbst schon seine Nachfolger auserwählt. Sylvie Uderzo, die bei Albert-René gefeuert wurde, meint nun, ihr Vater habe sich von Hachette manipulieren lassen. Finanziell nämlich hätte es der unprätentiöse Asterix-Kreateur nicht nötig.

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