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Armee profitiert vom Tattoo

Sie packen's: Nicht nur die Rekruten des Armeespiels, sondern auch Baufachleute der Armee sind am Tattoo im Einsatz.

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Sie packen's: Nicht nur die Rekruten des Armeespiels, sondern auch Baufachleute der Armee sind am Tattoo im Einsatz.

Das Rekrutenspiel ist beste Werbung für die Armee. Doch diese will mit ihrem Einsatz am Basel Tattoo nicht nur ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis stellen.

Andrea Mašek

Beim Finale des Basel Tattoos nimmt er den Taktstock in die Hand und lässt Bands und Töne aus aller Welt gekonnt verschmelzen. Für Oberst Robert Grob ist «Musik ein Bindemittel für friedliches Zusammenleben. Sie fördert die Völkerverständigung, durch sie wächst die gegenseitige Wertschätzung.» Deshalb macht das Rekrutenspiel der Schweizer Armee am Tattoo mit.

Hinter dem Auftritt steckt also mehr als die Präsentation musikalischer Qualität. Obwohl diese beachtlich ist und national wie international sehr geschätzt wird. Die Spitzenformationen der Militärmusik werden immer wieder an Veranstaltungen in alle Welt eingeladen. «Die Musik ist ein spezieller Teil der Armee. Sie pflegt den Brückenbau zwischen der in- und ausländischen Bevölkerung und der Armee», sagt Grob. Er vergleicht die Militärmusik mit der Patrouille Suisse: Diese würde den Luftraum schützen, die Militärmusik den Kulturraum.

Botschafterin

Somit sei die Militärmusik Botschafterin einer glaubwürdigen und dynamischen Armee, hält Grob weiter fest. Oder in anderen Worten: Sie ist beste Werbung für die Schweizer Armee. Und weil das Basel Tattoo internationale Ausstrahlung hat, leiste die Schweizer Armee auch einen internationalen Beitrag, so Grob.

Wobei die Armee in Basel nicht nur musikalisch PR für sich macht. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport hat gar die Schirmherrschaft übernommen. Seit diesem Jahr besteht eine Leistungsvereinbarung, die den Einsatz von Armeeangehörigen bei Transport, Auf- und Abbau regelt. 40 Soldaten sind also auch neben der Bühne im Einsatz. Es handelt sich dabei um Baufachleute.

Die Armeeangehörigen sollen die Qualität des Anlasses garantieren, ob musikalisch oder anderweitig - gegen Bezahlung. Es sei die erste Veranstaltung, für die die Armee entschädigt werde, erklärt Oberst Grob. Das Geld wird einer Stiftung - übrigens eine Idee von Grob - zugute kommen, die musizierende Jugendliche fördert. «Wir, die Zuschauer und das Tattoo unterstützen damit Junge, die uns dies dereinst wieder zurück geben, in Form von musikalischen Auftritten», sagt Grob.

Wenn sie dem Publikum dann so viel Vergnügen bereiten wie die Rek- ruten am diesjährigen Tattoo, ist das Geld sicher gut investiert. «Bis Montag waren sie etwas zittrig, doch der Applaus hat sie stark und sicherer gemacht», beschreibt der Oberst die Jungmannschaft. Er sagt weiter, sie seien total begeistert vom Tattoo und stolz darauf, sich mit Topformationen aus Grossbritannnien und Deutschland messen zu dürfen.

Leise Wehmut

«Unsere Armeemusiker werden heute ernst genommen», meint Grob. Damit sei sein Ziel erreicht. Deshalb auch sei er in diesen letzten Tagen seiner Dienstzeit entspannt und werde zufrieden die Armee verlassen. Natürlich empfinde er auch Wehmut, «aber ich werde das Basel Tattoo noch voll auskosten, bevor es in die Freiheit geht».

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