Gondiswil

Alltagsobjekte als Kunst

Künstlertrio Menel Rachdi, Kurt Ritter und Samuel Bärtschi (von links) zeigen in Gondiswil Bilder zum Thema «Spuren der Zeit» und Kunst aus altem Metall. (Bild: bag)

Abfall

Künstlertrio Menel Rachdi, Kurt Ritter und Samuel Bärtschi (von links) zeigen in Gondiswil Bilder zum Thema «Spuren der Zeit» und Kunst aus altem Metall. (Bild: bag)

Bilder zum Thema «Spuren der Zeit» und Kunst aus altem Metall zeigen Menel Rachdi, Kurt Ritter und Samuel Bärtschi in einer gemeinsamen Ausstellung. Mit Farbe und Fantasie haben sie viel Kreatives und Erstaunliches geschaffen. Vernissage ist heute Samstag ab 17 Uhr in Gondiswil.

Berty Anliker

In der neuesten Ausstellung im «Treffpunkt für Kunst und Kultur» in Gondiswil werden Spuren der Zeit aufgedeckt, und altes Eisen zeigt sich mit einem neuen Leben. Ein Kunstmaler und zwei Metallkünstler haben Zerfallendes neu entdeckt und Ausgedientes in originelle Kunstwerke verwandelt - jeder auf seine eigene Art.

Kunstmaler Menel Rachdi begibt sich gerne auf Spurensuche. Spuren, die die Zeit und die Menschen hinterlassen haben. «Zivilisationsrückstände» spürt er mit wachem Blick auf und bannt sie gekonnt mit kräftigen Farben auf die Leinwand. So etwa alte Autos, stillgelegte Industrieanlagen oder verrostete Fässer. Die Vergänglichkeit fasziniert ihn. «Ein abgestelltes Auto setzt schnell Rost an und fängt an, sich in der Landschaft zu tarnen mit Flechten und Moos. Es hat etwas Versöhnliches, wenn sich die Natur die Sachen zurückerobert», philosophiert er. Humorvoll betitelt er eine Deponie alter Fässer mit «Sommerlager».

Eine besondere Liebe hegt er auch für alte Häuser. Sie sind von ihm gern gewählte Sujets in seiner Malkunst. «Mir gefallen krumme und schiefe Häuser. Sie haben viel Charakter. Auch wegen den Lebensgeschichten, die sie beinhalten. Die Menschen werden geprägt von den Häusern und umgekehrt», meint er. Seit kurzem wohnt Menel Rachdi mit seiner Familie selbst in einem alten Haus am Rohrbachberg. Er hat es bereits ins Herz geschlossen.

«Kurioses»

Kurt Ritter aus Rüegsbach ist Motorradmechaniker. Er hat vor gut zehn Jahren begonnen, aus Metallteilen von ausgedienten Töffs und anderem Material Kunstobjekte zu kreieren. Er nennt seine Kunst «KU.RI.OS», was soviel heisst wie «Kurt Ritter Oldmetal Stuff». Zahnräder, Kugellager, Schrauben, Federn und anderes mehr dienen ihm zur Gestaltung von Kühen, Dinosauriern, Spinnen und Heuschrecken. Entstanden sind auch Motorräder, Traktore, Helikopter und Lokomotiven. «Wenn ich eine Idee habe, suche ich das richtige Material zusammen. Es kann aber auch sein, dass ein Stück mir die Idee gibt», erzählt er.

Schrottplätze als eigentliche Fundgruben

«Ich probiere immer wieder Neues aus», sagt Kurt Ritter. So hat er kürzlich die zwölf Sternzeichen aus Metall gestaltet. Er verwendet seit einiger Zeit ebenfalls rostiges Eisen. Von der Kreation hauptsächlich kleinerer Dekorationsgegenstände für den Wohnbereich ist er inzwischen dazu übergegangen, auch grössere Objekte zu schaffen - beispielsweise einen zwei Meter grossen Hahn. In diesem Fall war es nicht ganz einfach, sich das nötige Material zu beschaffen. Schrottplätze sind für ihn Fundgruben.

Aus Schrott wird Kunst

Samuel Bärtschi aus Oeschenbach - der zweite Metallkünstler der Ausstellung - ist hauptberuflich Landwirt. Einen Impuls für seine künstlerische Tätigkeit haben ihm die Rostskulpturen an der «Expo 02» gegeben. Sein gesammeltes Eisen in der Werkstatt und seine ausgedienten Maschinen kamen ihm da in den Sinn. «Da könnte man doch etwas daraus machen», dachte er sich.

Die Teile, die er sich aussuchte, verwandelten sich zuerst vor seinem geistigen Auge und später in der Werkstatt zu Schildkrötenpanzer, Schwanenhälsen und Vogelköpfen. Das Unternehmen «Schrott-Design» war geboren.

Die Sache mit der Kunst entwickelte sich gut und wurde sogar zu einem Standbein seines Betriebes. Denn er fing an, auch Gebrauchsgegenstände anzufertigen wie Blumen- und Kerzenständer. Grössere Sachen in seinem Angebot sind die Gartenmöbel und Rosenbogen. Diese erstellt er gerne nach den Wünschen seiner Kundschaft. Manchmal, wenn es gerade viel zu tun gibt in der Landwirtschaft, muss die künstlerische Tätigkeit etwas zurück stehen. «Um neue Sachen zu kreieren, brauche ich eine gewisse Musse. Unter Zeitdruck funktioniert es nicht», sagt «Sämi» Bärtschi.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1