Literatur

Ai Weiwei attackiert Nobelpreisträger Mo Yan: «Er sollte sich schämen»

Mo Yan verteidigt das chniesische Regime und erntet dafür heftige Kritik

Mo Yan verteidigt das chniesische Regime und erntet dafür heftige Kritik

Mit seiner indirekten Verteidigung der Zensur ist der chinesische Literaturnobelpreisträger Mo Yan bei chinesischen Künstlern auf scharfe Kritik gestossen. «Er sollte sich schämen», sagte der chinesische Künstler Ai Weiwei.

«Er verteidigt dieses bösartige System», sagte Ai Weiwei in Peking der Agentur dpa weiter.  Der Regimekritiker verwies darauf, dass in China Schriftsteller und Künstler in Haft gesteckt oder bedroht werden. Vor den Medien in Stockholm hatte Mo Yan am Donnerstag erklärt, es gebe Zensur in jedem Land der Welt. Unterschiedlich sei nur der jeweilige Grad.

Intellektuelle zeigten sich auch empört über sein Schweigen über den chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, dessen Freilassung zuvor 134 Nobelpreisträger in einem offenen Brief gefordert hatten.

«Dass ein Nobelpreisträger die Zensur unterstützt, kann auf keinen Fall akzeptiert werden», sagte der Direktor des Hongkonger Pen-Zentrums unabhängiger chinesischer Schriftsteller, Patrick Poon. «Wir alle sollten uns fragen, ob ein solcher Schriftsteller den höchsten Literaturpreis der Welt verdient hat.»

Der im Exil in den USA lebende Autor Yu Jie nannte Mo Yan einen «Lakaien» des chinesischen Systems.

«Zensur in jedem Land der Welt»

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag kurz vor der feierlichen Verleihung der Nobelpreise hatte Mo Yan gesagt, es gebe Zensur in jedem Land der Welt. Unterschiedlich sei nur der jeweilige Grad.

Mo Yan weigerte sich, auf Fragen nach seiner Stellung zu dem weiter inhaftierten chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo zu antworten. Der 57-Jährige hatte kurz nach der Zuerkennung des Nobelpreises im Oktober in Peking erklärt, dass er für die Freilassung des Oppositionellen sei.

In Stockholm sagte der Nobelpreisträger auf die Frage, ob er für eine schnelle Freilassung eintrete: «Lassen wir das die Zeit entscheiden.» Eine von 134 anderen Nobelpreisträgern unterzeichnete Petition zugunsten Liu Xiaobos werde er nicht unterzeichen

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