Ausstellung

Abrechnung mit Parks und Plätzen

Was sie in Realität nicht können, dürfen Jugendliche auf Symbolbildern tun: ihre Aufenthaltsorte in der Badener Innenstadt kreativ mitgestalten.

Sarah Carter

Der Trafoplatz hinter dem Kino ist «beispielhaft für einen stilvoll gestalteten Ort», sagt Hansueli Ruch, Abteilungsleiter von Kinder Jugend Familie. Dennoch: Der Platz ist leer, langweilig und wird kaum betreten. «Man könnte ihn doch mit Stühlen einrichten und auf dem Kies wunderbar Pétanque spielen», meint Ruch.

Öffentliche Badener Räume symbolisch mitgestalten - das können Jugendliche in der Ausstellung auf dem unteren Bahnhofplatz tun. Dabei befassen sich die Jungen mit dem öffentlichen Raum und seinen Funktionen. An den Wänden des «Badewage» sind grosse Bilder von Plätzen der Innenstadt angebracht. Mit einer umfassenden Magnetepalette - darunter Bänke, Pingpong-Tische, Kakteen und Büsi - können die Plätze neu arrangiert und die Kreationen fotografiert werden. Konkrete Projekte verfolgt man mit der Ausstellung jedoch nicht.

Pärke sinnvoll nutzen

«Die Jugendlichen halten sich oft im öffentlichen Raum auf», sagt Ruch. «Sie können auf diesen aber nur bedingt Einfluss nehmen.» Mit der Ausstellung will die Jugendarbeit das Gedankengut der Jungen nach aussen bringen und auf den bewussten Umgang mit öffentlichen Räumen aufmerksam machen.

Nach einer durchzechten Nach im Park bleiben oft Flaschen, Scherben und genervte Anwohner zurück. «Feiernden ist meist unklar, wie störend das Geschrei und laute Kichern für Unbeteiligte sein kann.» Doch Ruch ergänzt: «Junge sind längst nicht die einzigen Abfallverursacher», und er schaut zum Brunnen des unteren Bahnhofsplatzes hin. Hier bleiben jeden Tag unzählige Tüten und Becher nach der Mittagspause liegen.

Gespräche mit der Jugend

Die Ausstellung «UnOrte» ist hauptsächlich an Jugendliche gerichtet und entstand aus dem Betreuungsprojekt «Comtainer» (AZ berichtete). Nachdem vor einigen Jahren die Jugendgewalt in der Badener Innenstadt überbordete, reagierte man und lancierte das Projekt Comtainer, sowie weitere Massnahmen in der Stadt. Das Projekt war ein Erfolg: «Wir konnten eine enge Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen», erzählt Zivildienstleistender Adrian Sutter. Er schliesst gerade den «Badewage» am unteren Bahnhofplatz auf und bereitet die Ausstellung für den Tag vor. «Die Idee zur Ausstellung entstand aus Gesprächen mit Jugendlichen über ihre Lieblingsorte, aber auch Unorte.»

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