Kunst

Aargauer Künstler lancieren Diskussion über Kunst am Bau heute

Im Aargau gibt es zu jedem grossen Bau auch Kunst. Braucht es dafür neue Formen? Eine Diskussion in Baden will das alte Thema neu aufrollen.

Wie heisst das nun? Künstlerischer Schmuck? Kunst am Bau? Oder gar KiöR (Kunst im öffentlichen Raum)? Der Name mag modernisiert sein, die Kunst sich verändert und der Kunstbegriff erweitert haben, das Prinzip ist seit Jahrzehnten dasselbe. Wenn der Kanton (oder oft auch Städte) bauen, wird zirka ein Prozent der Bausumme für Kunst reserviert.

Wie diese Kunst auszusehen hat, war früher klarer. 1952 lancierte die junge Kulturstiftung Pro Argovia die Aktion «Schulhausschmuck». So kamen die Schülerinnen und Schüler in Kontakt mit Kunst – und die Künstlerinnen und Künstler zu Aufträgen. Kunst hiess damals Skulptur, Wandbild oder Brunnen.

Andere Kunst, andere Regeln?

Heute arbeiten viele Kunstschaffende mit Video statt Bronze, mit Klängen statt Mosaiken, sie ziehen Installationen und Konzepte dem dauerhaften Einzelwerk vor... Was heisst das nun für Kunst am Bau? Die visarte Aargau, die Vereinigung der Kunstschaffenden, will deshalb eine Diskussion in Gang bringen. «Wir möchten vor allem mit dem Kanton über die Vorgehensweise und mögliche Kunstformen reden», sagt Félix Stampfli von der visarte.

Für Wettbewerbe und Verfahren von Kunst am Bau hat der Kanton eine Kommission. Kuno Schumacher, Leiter der Abteilung Architektur und Entwicklung, ist Mitglied. Diese Arbeit mache Freude «und wenn wir unsere Projekte nach den geltenden Regeln machen können, sehe ich keinen Handlungsbedarf.» Und die neuen Kunstformen? «Da sind wir offen.» Er gibt aber zu, dass hier Fragen nach Unterhalt- und Folgekosten gestellt werden müssen. Denn nichts ist schlimmer, als wenn eine Licht- oder Klangarbeit nach wenigen Jahren schon nicht mehr richtig funktioniert. Die Kommission könne sich je nach Bauwerk auch temporäre Kunstformen vorstellen, sagt Schumacher.

Künstler und Künstlerinnen, aber auch Kuno Schumacher werden am Samstag Projekte präsentieren. Die letzten grösseren Kunst am Bau Arbeiten im Aargau bringen die Tradition sanft weiter: Katharina Grossen mit einem Wandbild in der Kanti Aarau, Roland Herzog mir der perforierten Metall-Fassade an der Löwenscheune der Kanti Wettingen und am radikalsten Ariane Epars und Daniel Robert Hunziker mit der Tunnelverlängerung beim Staffeleggzubringer.

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