Am Dienstagabend war der Galerieraum des Theaters Tuchlaube proppenvoll: Die Ortsgruppe Aargau des Schweizerischen Werkbundes hatte zur Diskussion «Kultur ist Ressource – Kultur braucht Ressource» geladen. Anwesend war auch Stadtrat Carlo Mettauer.

Dieser vertrat die Ansicht, aargauische Kulturschaffende bekämen genügend Anerkennung und Kultur werde in dieser Stadt rege gelebt. Sie sei ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und Garant für Lebensqualität. «Kulturförderung steht auf unserer täglichen Traktandenliste», sagte Mettauer.

Schlechtes Pflaster für Kultur

Auf die Frage von Moderator Walter Vogt, ob er dies mit Zahlen belegen könne, erwähnte Mettauer das KiFF. «Dieses ist in seiner Sparte die meistbesuchte Institution im Aargau», sagte er. Sowohl das KiFF wie auch einzelne Künstler können auf die Unterstützung der Stadt zählen.

Hingegen ermahnte Mettauer potenzielle zukünftige Bittsteller, sich nicht allzu stark auf die öffentliche Hand zu stützen. Er habe die Erfahrung gemacht, dass sich Kulturschaffende zu wenig querfinanzieren und sie diesbezüglich noch Asse im Ärmel ausspielen könnten.

Die Aussage führte zu Reaktionen bei den anderen Gesprächsteilnehmern. Regisseur Hannes Leo Meier vertrat die Ansicht, der Staat müsse Kultur unbedingt fördern. Für finanzielle Unterstützung seitens der Wirtschaft sei der Aargau «kein gutes Pflaster».

Brücke zwischen Arbeit und Konsum schlagen

Ebenfalls zur Diskussionsrunde zählte Jeannette Fischer, Psychoanalytikerin und Filmemacherin. Sie bekräftigte, sie finanziere ihre Projekte jetzt schon quer. Nimmt sie einen Film in Angriff, dreht sie ihn gar, bevor das Geld gesichert ist. «Würde ich mich zuerst um die Finanzierung kümmern», sagte sie, «hätte ich hinterher keine Energie mehr, den Film zu drehen.»

Peter Kuntner kritisierte bei vielen Kulturschaffenden das mangelnde finanzielle Erfolgsdenken. Kuntner leitet mit der Firma Fischteich medienübergreifende Projekte im Schnittfeld von Kultur, Wirtschaft und Bildung. «Im Geschäftsleben ist man auf Return on Investment aus», sprich, die Rentabilität muss gewährleistet sein. Arbeiten Kultur und Wirtschaft zusammen, gehe es den Firmen primär um verdientes Geld.

Jeannine Hangartner als Kunstvermittlerin war der Ansicht, die Hauptaufgabe der Kultur sei es, eine Brücke zwischen Arbeit und Konsum zu schlagen.

Jährliche Themenvergabe

Organisiert wurde die Diskussion vom Fotografen Werner Erne, Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Aargau des Schweizerischen Werkbundes (SWB). Dieser ist ein Verein mit Ortsgruppen in den Regionen Aargau, Basel, Bern, Graubünden, Innerschweiz, Ostschweiz, Romandie und Zürich. Die Ortsgruppen führen Veranstaltungen zu kulturellen Fragen durch und nehmen öffentlich Stellung.

Der SWB gab auch das diesjährige Thema vor, das sich rund um Ressourcen dreht. (HUG)