3-D-Filme sind die Zukunft der Kinos
3D-Filme sind die Zukunft der Kinos

Seit Mitte Dezember bietet das Kino Rex in Wohlen Filme in 3D. Investitionen in der Höhe von 200 000 Franken sind für den digitalen Projektor und die Brillen angefallen.

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Hansjörg Beck, Kino Rex

Hansjörg Beck, Kino Rex

Aargauer Zeitung

Andrea Marthaler

Die neuen 3-D-Filme bieten ein ganz neues Filmerlebnis. Den Filmemachern gelingt es, die räumliche Wirkung gezielt umzusetzen. Besonders bei der Fantasiewelt des aktuellen Films «Avatar» ist der Effekt eindrücklich. Die neue Technik begeistert den Betreiber des Kinos Rex in Wohlen. Seit Mitte Dezember kann Hansjörg Beck im 290 Personen fassenden Saal dreidimensionale Filme bieten. «Die Nachfrage nach Filmen in 3-D ist da. Als Betreiber ist es nötig, technisch auf der Höhe zu sein.» Beck besitzt drei weitere Kinos in Reinach, Liestal und Gstaad. Das «Rex» in Wohlen ist das erste, das er umgerüstet hat. «Es ist für mich ein Versuch. Schliesslich ist es extrem teuer und das Personal muss dafür umgeschult werden.»

Die Zukunft der Kinos zeigt in Richtung 3-D. In den ersten Wochen seit der Umrüstung verzeichnete Beck einen Zustrom an Besuchern: «Man spürt, dass 3-D bevorzugt wird. Früher sind die Leute dafür nach Zürich gefahren, jetzt kommen sie nach Wohlen.» Deswegen möchte er auch die anderen Kinos umrüsten. Allerdings ist es eine Frage des Geldes. 200000 Franken investierte Beck ins Kino Rex in Wohlen. Der Hauptposten dabei war der neue digitale Projektor, den es fürs 3-D zwingend braucht. Der bisherige arbeitete mit 35mm-Filmen. Weiter brauchte es ein Zusatzgerät, das einen Spezialfilter einsetzt, sowie die für den Film benötigten Brillen. «Die Brillen filtern die Bilder wieder richtig. Sonst sieht der Zuschauer ein Doppelbild», erklärt Beck. Für den 3-D-Effekt gibt es auf dem Markt unterschiedliche Techniken. Beck setzt auf ein System mit wiederverwendbaren Brillen. Nach dem Film werden diese eingesammelt und gewaschen.

Bei der Badener Sterk Cine AGhingegen will man nichts wissen von 3-D. «Im Moment kostet dies zu viel. Man müsste jeden Saal umrüsten», sagt Franziska Sterk. Aber auch unabhängig von den Kosten glaubt man in Baden nicht an den derzeitigen 3-D-Hype. «Die Konsumenten sind nicht bereit, so viel mehr für ein Ticket zu bezahlen», ist Sterk überzeugt.

Knacknuss bei deraktuellen Technologie sei die Brille. Für die Kinobetreiber ist es umständlich, die Brillen zu reinigen, und Wegwerfbrillen sind unökologisch. Zudem ist das Tragen der Spezialbrille für die Zuschauer unangenehm. «Aus persönlicher Erfahrung weiss ich, dass Brillen- und Linsenträger Probleme mit 3-D-Filmen haben», erläutert Sterk. Sie müssen die für den Film nötige Brille über ihre korrigierte tragen. Doch auch für Leute ohne Korrektur seien 3-D-Filme nicht immer ein Vergnügen. «Ich kenne Menschen, die sich wegen des Films ‹Avatar› übergeben mussten», sagt Sterk. Für sie kommt ein Umrüsten auf 3-D erst infrage, wenn sich die Technologie weiterentwickelt hat und auch ohne Spezialbrille funktioniert.