Statt Abendveranstaltungen in den Sälen gibt es Konzerte, Spoken-Word-Veranstaltungen und Partys draussen, in Bars und anderen Lokalen. Raphael Urweider betreibt mit Dichterkollegen lyrisches Flaschendrehen. An einem "Tätschquiz" kann man mit nutzlosem Wissen "saftige Preise" gewinnen. Und an einer Jubiläumsdisco am Samstag spät legen Literaturschaffende auf. Viele dieser Events sind gratis.

Sechzig Schweizer Autorinnen und Autoren und zwölf Schreibende aus Frankreich, Irland, der Niederlande, Israel, Deutschland, Italien, Österreich und dem Irak werden erwartet. Franz Hohler und Peter Bichsel, die schon bei den allerersten Literaturtagen dabei waren, treten auf, ebenso wie die jüngeren Peter Stamm, Melinda Nadj Abonji, Pedro Lenz, Arno Camenisch, Guy Krneta, Gion Mathias Cavelty und Christian Uetz. Viel Zulauf dürfte "Hunkeler"-Autor Hansjörg Schneider haben: Er bekommt eine Hommage zum 80. Geburtstag.

Stars aus dem Ausland

Viel Publikum dürfte am Eröffnungstag auch der irische Man-Booker-Preisträger John Banville anziehen. Zum kleinen, aber feinen Aufgebot an ausländischen Stimmen gehören ausserdem die niederländische Autorin Margriet de Moor, der israelische Autor Assaf Gavron sowie der marokkanische Schriftsteller Mahi Binebine. Aus dem deutschsprachigen Raum sind die Deutsche Anja Kampmann und der Österreicher Robert Prosser eingeladen; beide waren dieses Jahr für den Leipziger Buchpreis nominiert.

Drei Debatten und vier Literaturgespräche sind überdies geplant: "Die Balkan-Kriege - wie geht die Literatur damit um?", fragt ein Podium am Freitag, "70 Jahre seit der Staatsgründung Israel" beleuchtet ein anderes am Sonntag. Am Samstag wird "Die Stimme der Verlierer" analysiert - ein immer wieder beliebter literarischer Topos.

Die diesjährigen Literaturtage enden am späten Sonntagnachmittag mit einer musikalischen Spoken-Word-Performance von Pedro Lenz. Insgesamt wird mit etwa 16'000 Eintritten gerechnet.

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