Metal

32000 Metalfans pilgern zu Motörhead, Slayer und Metallica

Das Sonisphere Festival stand bisher unter einem schlechten Stern. Gestern folgte der dritte Anlauf in neuer Umgebung und mit neuem Veranstalter. 32000 Metalfans pilgerten zu Motörhead, Slayer und Metallica. Der Neustart ist geglückt.

Die erste Ausgabe in Jonschwil versank im Schlamm, die zweite in Basel brach Veranstalter Free and Virgin das Genick. Gestern nun strömten 32000 Metalfans – mehr als erwartet – auf das Gelände Parc Rives Du Lac in Yverdon-Les-Bains am Neuenburgersee mit den Headlinern Motörhead, Slayer und Metallica.

Neues war von den Altmeistern der harten Töne freilich nicht zu hören. Kult-Rocker Lemmy Kilmister von Motörhead bot seinen gewohnten, schnörkellosen, ehrlichen Rock und Slayer bestachen mit ihrem kompromisslosen, rasend schnellen und knüppelharten Sound. In dieser unglaublichen Präzision konnte das von Slayer aber nicht unbedingt erwartet werden, denn Gitarrist Jeff Hannemann hat sich immer noch nicht von einer Spinnenbiss-Infektion erholt und musste durch Gary Holt ersetzt werden.

Im Zeichen der Mässigung

Erfreuliches gibt es auch von Metallica zu melden: Die musikalische Verirrung mit Lulu und der verunglückten Zusammenarbeit mit Lou Reed haben sie schadlos überstanden. Auch sie boten zwar, unter anderem mit Interpretationen aus dem «Black Album» von 1991, nichts Neues, signalisierten mit ihrem langen, beherzten Auftritt aber, dass sie immer noch die Alten sind.

Sonisphere in Yverdon stand unter dem Zeichen von Mässigung: weniger Bands, weniger Zuschauer, weniger Gigantomanie, weniger Gedränge bei gleichbleibender musikalischer Qualität. Die Bandwechsel verliefen reibungslos und der Sound war von erstaunlicher Transparenz. Ärgerlich war nur das Gedränge vor den Bierständen. Der Neuanfang ist gelungen.

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