Archäologie

100-jähriges Jubiläum der Entdeckung von Machu Picchu gefeiert

Gigantische Lichtshow bei der Inka-Stadt Machu Picchu

Gigantische Lichtshow bei der Inka-Stadt Machu Picchu

In Peru haben Behörden und zahlreiche Gäste das 100-jährige Jubiläum der Entdeckung von Machu Picchu gefeiert. Dabei gab es eine spektakuläre Licht- und Musikshow in der Inka-Stadt zu bewundern.

Zum Klang der Symphonie "Aus der Neuen Welt" von Antonin Dvorák tauchten Lichter die weltberühmte archäologische Stätte in der Nacht zum Freitag in Farbe, während die Geschichte des Ortes nacherzählt wurde. Mit der vom peruanischen Theaterregisseur Luis Llosa entworfenen Show wurde Machu Picchu erstmals in der Geschichte vollständig während der Nacht beleuchtet.

Bei den Feierlichkeiten führten Gruppen auch traditionelle Tänze auf. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der Sängerin Tania Libertad, die begleitet vom Symphonieorchester der Stadt Cuzco das bekannte Andenlied "El Cóndor Pasa" vortrug. Perus Staatschef Alan García würdigte Machu Picchu in einer Ansprache als "Symbol" für die peruanische Nation.

Während an normalen Besuchertagen rund 1800 Gäste die historische Stätte besuchen, gestatteten die Behörden während der Feierlichkeiten nur rund halb so vielen Besuchern den Zutritt. Die UNESCO hatte gewarnt, ein Besucheransturm könnte die Ruinen in Mitleidenschaft ziehen.

Kritische Stimmen

Die im 15. Jahrhundert vom Inka-Herrscher Pachacútec erbaute Inkastätte hatte der US-Archäologe Hiram Bingham im Juli 1911 für die Wissenschaft entdeckt.

Die Existenz der Ruinen war der örtlichen Bevölkerung längst bekannt. Es waren aber Binghams Veröffentlichungen, die Machu Picchu zu dem machten, was sie heute sind: eine der bekanntesten archäologischen Stätten der Welt. 1983 nahm die UNESCO die auf einem Bergrücken in 2500 Meter Höhe gelegene Inka-Stadt in das Weltkulturerbe auf.

Der Name Bingham ruft bei den Peruanern aber gemischte Gefühle hervor, weil er rund 44'000 Fundstücke mit an die US-Universität Yale nahm. Bislang gab diese erst 366 davon an Peru zurück.

Auch das Jubiläum war Anlass für kritische Stimmen. "Machu Picchu könnte ein Opfer seines eigenen Erfolgs werden", warnte der Historiker Juan Luis Orrego. Denn während Touristen auf das Gelände drängen und die Stätte dabei unweigerlich beschädigen, blieben archäologische Untersuchungen auf der Strecke.

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