Es waren vor eineinhalb Wochen gerade mal 13 Zeilen, die sich im Wochenkommentar des Chefredaktors den Duro-Geländefahrzeugen widmeten. Der Nationalrat hatte zuvor beschlossen, 2200 der in die Jahre gekommenen Kleinlastwagen der Schweizer Armee für sage und schreibe 558 Millionen Franken zu erneuern.

Was folgte, war eine ungewöhnliche Flut von Leserreaktionen. Tenor: Der veranschlagte Sanierungspreis von über 250000 Franken pro Fahrzeug sei eine Verschleuderung von Steuergeldern.

In der Tat darf man sich fragen, ob die geplanten Massnahmen am Duro allesamt notwendig sind. Auch mutet es anachronistisch an, dass die Armee darauf pocht, die eigene Variante sei die beste. Ausländische Anbieter bieten Fahrzeuge, die zuverlässig durch fremde Berge kurven, zu günstigen Konditionen an. Warum soll das für die Schweizer Armee nicht gut genug sein?

Die grössten Fragezeichen sind aber beim Auswahlprozedere zu setzen. Denn die gleiche Firma, welche die Sanierungsvariante als sinnvoll erachtet hat, darf sie auch gleich ausführen. Auch wenn das Verteidigungsdepartement glaubhaft darlegt, verschiedene Optionen geprüft zu haben, wird man den Verdacht nicht los, dass hier Wirtschaftsförderung betrieben wird. Schweizer Arbeitsplätze in Ehren: Aber ist das wirklich die Aufgabe der Armee? Es sind die Steuerzahler, die am Ende in die (Abgas-)Röhre gucken. Wird so viel Geld für den Werterhalt von alten Fahrzeugen ausgegeben, fehlt es letztlich anderswo.

antonio.fumagalli@azmedien.ch