Am Ende kommt es immer auf die Menschen an. Das zeigt sich derzeit bei der Unfalluntersuchungsbehörde. Deren Bereich «Bahnen und Schiffe» ist am Auseinanderbrechen. Seit Monaten erscheinen keine Berichte mehr, der Abteilungsleiter muss gehen, er und der Gesamtchef decken sich gegenseitig mit Vorwürfen ein. Wer recht hat, lässt sich von aussen nicht sagen.

Der Streit ist relevant, weil die Behörde jeden Bahnunfall rasch klären muss, um Lehren zu ziehen. Der Streit ist aber auch symptomatisch für den Kulturwandel bei der Bahn und ihren anverwandten Stellen: Der Typus Bähnler wird durch den Typus Manager ersetzt.

Die Bahn ist eine Welt für sich. Viele Bähnler verrichten nicht einen Job – sie folgen einer Berufung. Manche restaurieren auch noch in ihrer Freizeit Dampfloks oder basteln an ihrer Modellbahn. Wer in der Branche Karriere machen wollte, musste von innen kommen. Heute aber prallen Welten aufeinander, bis zuoberst: SBB-Angestellte lachen über ihre Personenverkehrschefin Jeannine Pilloud, weil sie in ihren Augen bestenfalls von Marketing eine Ahnung hat, aber bestimmt nicht von Eisenbahnen. SBB-Chef Andreas Meyer konnte die Herzen seiner Mitarbeiter mit seinem Managerslang bis heute nicht erobern. Und bei der Unfallstelle wurde dem langjährigen Chef ein Branchenfremder vor die Nase gesetzt.

Neue Ideen und frischer Wind von aussen sind nicht a priori schlecht, im Gegenteil. Wenn die Neuen nicht meinen, sie wüssten alles besser und sie müssten aus Prinzip alles auf den Kopf stellen.