Wenn das, was die Katarer aufgeführt haben, auch in anderen Sportarten Schule macht, dann kann man die internationalen Sportvergleiche unter verschiedenen Nationen eher früher als später getrost abschaffen.

Das Beispiel Katar zeigt, dass man sich heutzutage mit Geld alles leisten kann. Die Ölscheichs kauften sich also eben mal ein Nationalteam ihrer Wahl zusammen. Man kann den Söldnern bosnischer, spanischer, kubanischer, französischer und montenegrinischer Herkunft eigentlich nur einen Vorwurf machen: Wo bleibt der Stolz? Sind es die Millionen, die in die Taschen der Spieler und des Trainer-Staffs fliessen, wert, dass sich die gesamte Sportwelt mit Grausen abwendet? Kann man auf so einen Vize-Weltmeistertitel wirklich stolz sein? Die Antwort ist eindeutig: Nein! Dass der führungsschwache Internationale Handballverband diesem absurden Treiben mit seinen lächerlichen Reglementen erst den Nährboden bereitet hat, ist bezeichnend. So schafft sich eine Sportart selber ab.

Mit Unbehagen denkt man in diesem Zusammenhang an die Fussball-WM 2022, die ebenfalls in Katar ausgetragen wird. Momentan verunmöglichen die Statuten der Fifa glücklicherweise, dass sich die Katarer innerhalb kürzester Frist eine Nationalmannschaft – beispielsweise aus lauter Brasilianern – zusammenkaufen. Wo aber viel Geld vorhanden ist, da werden die Entscheidungswege oft überraschend kurz. Noch gehen sieben Jahre ins Land, bis die Fussball-WM in Katar über die Bühne geht. Jede Menge Zeit, um noch den einen oder anderen nützlichen Kniff an den Reglementen vorzunehmen. Dass die Scheichs alles Erdenkliche unternehmen werden, damit sie am prestigeträchtigsten Sportanlass der Welt auch eine schlagkräftige Nationalmannschaft stellen können, daran besteht kein Zweifel. Mit Blick auf die Handball-WM gibt es nur ein Motto: «Wehret den Anfängen!»

Lesen Sie hier auch den Bericht über den Final der Handball-WM.