Wer in der SVP Christoph Blocher kritisiert, ist in der Regel karrieremüde, politisch unwichtig oder im Ruhestand. Letzteres trifft auf Adolf Ogi zu. Der beliebte Alt-Bundesrat forderte am Wochenende einen Aufstand gegen den Parteivordenker und dessen Volksinitiativen. «Blocher führt das Land in die totale Isolation», warnte Ogi. «Wir, die vernünftigen SVPler, müssen jetzt aufstehen und Blocher stoppen.» Eindringliche Worte, die verhallen werden.

Solange der 73-jährige Blocher Herr seiner Kräfte ist und seinen Kampf gegen die Europäische Union weiterführen will, so lange wird ihm die SVP widerspruchslos folgen. Der Herrliberger hat nicht nur einen unglaublichen politischen Willen und das Talent, selbst komplexeste politische Anliegen massentauglich zu verkaufen. Er hat auch eine beispiellose Autorität in seiner Partei. Der beste Beleg dafür ist seine Ankündigung einer Initiative, mit der er den Vorrang des Landesrechts gegenüber dem Völkerrecht in der Verfassung festschreiben will. Es ist erst eine Ankündigung, doch der politische Betrieb ist bereits in heller Aufregung – als hätte der Bundesrat den Abstimmungstermin schon bekannt gegeben. Denn wenn er will, kann der vermögende Blocher jede Initiative im Schlaf an die Urne bringen. Die Nervosität ist berechtigt.

Klar ist aber auch, dass irgendeinmal der Moment kommt, in dem sich Brunner, Amstutz, Köppel und Co. der Frage stellen müssen: Was kommt nach Blocher?