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Spiel und Sport

Eine knifflige Situation bei der Boccia-Partie in Bossolasco

Eine knifflige Situation bei der Boccia-Partie in Bossolasco

Der zweitägige Aufstieg von der ligurischen Küste in die Hügel der piemontesischen Langhe ist wie ein Fussballspiel. Erste Halbzeit: Schweisstriefendes Spiel bei tiefem Boden. Zweiter Akt: Bei Sonnenschein wird das Spiel zur Augenweide.

Donnerstag, 13. September. Spiel und Sport haben einen hohen Stellenwert in Italien. Das zeigt sich nicht nur daran, dass es in Italien gleich mehrere Tageszeitungen gibt, die ausschliesslich über Sport berichten. Wichtigstes Thema ist dabei selbstverständlich der Fussball. Spiel und Sport in allen möglichen und unmöglichen Formen haben aber auch einen hohen Stellenwert im Alltag. Die Kioske quellen über vor Los- und Lottospielen aller Art. Am Strand wird Strandtennis, Beachsoccer und Beachvolley gespielt. Am Abend spielt man Karten.

Wer spielt, trinkt nicht

Was dabei auffällt: Bei uns gehört das Glas Wein oder Bier zum Jass wie Tafel und Kreide. In Italien trinkt man nicht beim Spielen! Allenfalls nachher zusammen ein Glas Wein. In Frankreich spielt man Petanque, um einen Vorwand zu haben, zusammen einen Pastis zu trinken. In Italien bleibt man während des Bocciaspiels «trocken». Ja, ich weiss, das sind alles Verallgemeinerungen - aber sie treffen doch verblüffend oft zu! Auf der Bocciabahn von Bossolasco spielt heute Nachmittag eine Gruppe Pensionierter engagiert und lebhaft - getrunken wird nichts dazu.

Wie Fussball im Schneematch

Was für ein Unterschied: Der gestrige Aufstieg von Savona nach Millesimo machte wenig Freude: Regenwolken, feuchtschwüle Luft, ein enges, bewaldetes Tal ohne Aussicht, dröhnende Lastwagen. Man fuhr um anzukommen - möglichst vor dem Regen, der sich ständig ankündigte und dann auch am Nachmittag doch kaum fiel.

Der heutige Aufstieg von Millesimo nach Montezemolo ist zwar einiges steiler, macht aber richtig Spass: Ein klarer, frischer, sonniger Morgen, weite Ausblicke in eine sich ständig weiter öffnende Landschaft, kaum Verkehr. Der Aufstieg ist aber nur die Ouvertüre der heutigen Genussfahrt. Von Montezemolo aus geht es stets auf rund 750 Metern Höhe rund 20 Kilometer lang über eine Krete Richtung Norden, die stets neue, noch schönere Panoramaszenen ins Piemont und in die südlichen Voralpen bietet. Traumhaft. Wir sind fast ein wenig enttäuscht, dass wir bereits am frühen Nachmittag beim vorreservierten «Hotel Bellavista» in Bossolasco eintreffen. Bei diesem Wetter und dieser Landschaft würde man am liebsten weiterfahren - aber morgen soll es ebenso schön sein.

Anspruchsvolles Spiel mit den Kugeln

Beim nachmittäglichen Spaziergang durch das hübsche Hügeldorf treffen wir auf eine weitere Idylle: Eine Gruppe älterer Männer, die mit viel Engagement und Diskussionen Boccia spielt. Am liebsten würde man mitmachen. Aber eben uns fehlen sowohl die richtigen Kugeln, wie das Training in diesem Spiel, das viel anspruchsvoller ist, als es dem flüchtigen Betrachter vorkommt.

Unser heutiges Sportresultat: Millesimo - Bossolasco, 33 km, 582 Hm

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