Endlich! Die letzten Handwerker sind weg und der Vermieter überreicht uns feierlich den Schlüssel zur grosszügigen, hellen Neubauwohnung. Bye bye, alte Muffelbude. Hallo Leben!
Doch schon die Bauabnahme verpasst unserer Euphorie über die neuen vier Wände den ersten Kinnhaken: Kochfeld verkratzt, Schublade verbeult, Sockelleiste kaputt. Wird ersetzt, kein Thema.

Doch kaum zieht der Bauleiter mit dem frisch unterzeichneten Übernahmeprotokoll von dannen, lauern neue Überraschungen. Die Haustür schliesst plötzlich nur noch unter Gewaltanwendung, und durch die Steckdose im Wohnzimmer pfeift garstig der Wind. In der Küche geht die fröhliche Mängelsuche weiter: Der Wasserhahn spuckt nur eiskaltes Nass. Dafür kommen Freunde heisser Duschen im neuen Badezimmer voll auf ihre Kosten – Verbrühungen zweiten Grades inklusive!

Heute – einen Monat nach unserem Einzug – geben sich Elektriker, Sanitäre und Maler noch immer die Klinke in die Hand. Langsam fragen wir uns: Sind wir wirklich die Bewohner oder prüfen wir die Behausung nur wie ein Softwaretester die unfertige Version eines Computerprogramms?