Kriminalromane

Wir brauchen kein Happy End

Büchergestell in einer Buchhandlung (Archiv)

Büchergestell in einer Buchhandlung (Archiv)

Krimifans kennen es. Ein Buch so spannend, dass die Nächte kurz werden. Nur noch ein Kapitel, denkt man sich und liest weiter. Immer weiter, bis fast alle Seiten von rechts nach links gewandert sind. Und dann?

Genau! Happy End. Und alles ist kaputt! 300 – ja manchmal sogar 500 Seiten – wie ausgelöscht in den wenigen letzten Zeilen. Es wird geliebt, geheiratet und gezeugt. Plump und ohne Spannung. Zum Einschlafen! Doch obwohl die Uhr schon weit nach 2 Uhr morgens zeigt, hat man plötzlich keine Lust mehr zu ruhen. Der letzte Eindruck bleibt und der ist enttäuschend.

Liebe Krimiautorinnen und -autoren, lasst die letzten fünf oder zehn Seiten doch einfach weg. Schreibt sie nicht, spart Papier und Zeit. Denn wir brauchen kein pseudo-romantisches Happy End, nachdem zuvor über Stunden und unzählige Seiten gemordet, erdrosselt, gemeuchelt, vergewaltigt und betrogen wurde. Es reicht völlig aus, wenn das Gute mal wieder gewonnen hat. Dann schlafen wir gut.

Mehr Happy End braucht es gar nicht. Sonst würden wir Liebesromane lesen.

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