Polemik

Wider den Terror des Zähneputzens

Das Ritual wiederholt sich Tag für Tag: Der letzte Bissen des Mittagessens ist noch nicht einmal fertig gekaut, schon stürmen die Kolleginnen und Kollegen bewaffnet mit Zahnbürste und Zahnpasta den Toilettenraum.

Auf zum Zähneputzen! Damit ja keine bösen Bakterien in den Beisserchen kleben bleiben und das Gebiss ruinieren. So befehlen es die Zahnmediziner, obwohl nicht einzusehen ist, welches Interesse gerade sie an intakten Zähnen ihrer Patienten haben. Die Zähneputz-Fans sind überzeugt, dass das regelmässige und disziplinierte Hantieren mit Bürste und Paste ihnen das Bohren erspart. «Mami, Mami er hat überhaupt nicht gebohrt!»: Der Werbeslogan aus Kinder- und Jugendtagen scheint ihnen in (Zahn-)Fleisch und Blut übergegangen zu sein.

Wenn es bloss so einfach wäre! Gute oder schlechte Zähne sind nicht nur eine Frage des Putzens. Sondern hängen gerade bei uns Frauen – wir ahnen es! – mit den Hormonen zusammen. Aber auch mit den Genen: Kinder von Eltern mit schlechtem Gebiss werden später ihrem Zahnarzt mit grosser Wahrscheinlichkeit den Bau eines Swimmingpools mit Olympia-Massen finanzieren. Deshalb: Verweigern wir uns dem Zähneputz-Terror und bleiben nach dem Mittagessen lieber noch etwas länger sitzen. (He.)

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