Hundertsechsundzwanzigtausend Franken – oder in Zahlen: 126'000. So viel kostete das ganzseitige Inserat auf der Front von «20 Minuten» am Mittwoch mit dem sinnigen Titel «Aufmerksamkeit kann man kaufen. Unsere Stimmen nicht».

Rund 12 000 Menschen hatten gespendet, um sich diesen Inserateplatz kaufen zu können (und um ihren Namen auf der Titelseite zu sehen). Damit wollen sie ein Statement setzen «gegen Inhaltslosigkeit und fehlende Transparenz im Wahlkampf».

Gegen das Grundanliegen ist nichts einzuwenden.

Aber: Das Inserat landet morgen im Altpapier oder bestenfalls als Streu-Unterlage im Katzenkistli.

Haben sich die edlen Spender mal überlegt, was man mit 126'000 Franken Gescheiteres und Nachhaltigeres machen könnte? Wie viele neue Winterschuhe für arme Mitmenschen gäbe das? Was könnte der Tierschutzverein mit dem Geld alles anfangen? Oder die Flüchtlingshilfe?

Ein Statement gegen die angeprangerten Zustände im Wahlkampf zu setzen, macht Sinn. Aber das können wir Stimmbürger nicht per Inserat. Dafür an der Urne – und das erst noch gratis.