Die Bundeskanzlei sorgt sich um die Demokratie: Seit März brütet eine Arbeitsgruppe namens «Democrazia Vivainta» darüber, wie die Hürden für Volksbegehren hinaufgesetzt werden können. Ebenfalls beraten werden Regeln für mehr Transparenz bei der Politik-Finanzierung.

Dass ausgerechnet diese Freunde von Demokratie wie Transparenz im Dunkeln operierten und erst von der «SonntagsZeitung» ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurden – als gutmütiger Mensch möchte man darin eigentlich doch nur eine hübsche Pointe erkennen.

Tatsächlich steckt mehr dahinter: Organisiert nämlich wird «Democrazia Vivainta» von der Sektion Politische Rechte der Bundeskanzlei. Geleitet wird diese Abteilung von Barbara Perriard – eben jener Barbara Perriard, die vor ihrem Wechsel in die Verwaltung als Politlobbyistin durch die Wandelhalle streifte.

Jene Barbara Perriard, die Politiker im vertraulichen Gespräch unter anderem für die Anliegen eines Suchtmittelherstellers sensibilisierte. Vor diesem Hintergrund braucht uns das PR-Desaster rund um die «Democrazia Vivainta» nicht zu verwundern: So etwas muss schlichtweg passieren, wenn sich jemand, der von der dunkelsten Seite des Lobbyings her kommt, als weisse Ritterin für die Rettung der Demokratie versucht. (cav)