Polemik

Von Angesicht zu Angesicht

Schüler bei einer schriftlichen Prüfung - bereits gibt es Lehrer, welche die Noten per E-Mail schicken. (Symbolbild)

Schüler bei einer schriftlichen Prüfung - bereits gibt es Lehrer, welche die Noten per E-Mail schicken. (Symbolbild)

Die modernen Kommunikationswelt macht es möglich: Lehrer verschicken ihren Schülern die Noten per E-Mail.

«Du hast eine Drei in der Hausarbeit.» Immer häufiger schicken die Lehrer ihren Schülern die Noten per E-Mail.

Modern wollen diese Pädagogen wirken. Zeitgemäss. Hip. Manchmal treffen die Nachrichten zur Unzeit ein: Abends, am Wochenende, in den Ferien.

Die Schüler von heute nehmen es zur Kenntnis. Freuen sich oder sind traurig. Tragen die Noten in die App ein, die ihnen den Notenschnitt ausrechnen und die Anzahl Pluspunkte. Denn sie wissen: Wer unter eine bestimmte Anzahl Pluspunkte rutscht, der kommt Ende Semester «provisorisch» und nicht «definitiv» weiter.

In einer Zeit der Dauerberieselung mit News wird diese «Noten-News» nur noch als eine Nachricht unter vielen wahrgenommen. Warten auf den nächsten Tag, auf den Tag nach den Ferien ist nicht erwünscht. Die unpersönliche Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler hat aber auch den Nachteil, dass sie die Jungen meist alleine erreicht.

Die Auseinandersetzung mit einem Gegenüber fehlt. Der Kampf um den Strich wird so aber auch ein Stück weit entmenschlicht. Es ist viel einfacher, einem Schüler seine schlechte Note schriftlich mitzuteilen, als ihm entgegenzutreten.

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