Wer hasst ihn nicht, den Briefkasten: Rechnungen, Werbungen, nicht abonnierte Zeitungen. Mit Anbruch des Internet-Zeitalters wurde ich zum Mail-Enthusiasten. Bis auch meine Mailbox überquoll. Ein zuverlässiger Spammer ist dabei mein Mobilfunkanbieter. Mit unfassbarer Lückenlosigkeit informiert er mich über neue TV-Features, lustige Wettbewerbe und Ehrungen für sein Netz.

Ich bin nicht der Comparis-Typ. Vergleiche stelle ich so alle zwei Jahre an, wenn ich einen Zweifel nicht mehr verdrängen kann: Könnte es sein, dass mein Abo veraltet ist? Mit dem Vorsatz, ruhig zu bleiben, falls es auch diesmal so wäre, ging ich zum brandneuen Sunrise-Shop (auch die Adresse war neu).

Es war so: In fünf Minuten hatte ich ein 30 Prozent billigeres Abo mit mehr Leistung. Ich überlegte mir, ob ich eine Szene machen soll. Warum kein einziges Mail mit diesem Hinweis? Der Berater grinste, ich war auf dem neusten Stand. Ich hörte mich Danke sagen. Als ich mich zur Tür hinausstahl, hatte ich kurz das Gefühl, der ganze Laden lächle mir nach, gewiss, dass ich erst wieder in zwei Jahren merken würde, längst zu viel zu zahlen.