Freitagmorgen: Der Zug hält im Bahnhof, Hunderte Menschen und ich strömen auf den Perron und in die Unterführung hinunter. Mitten in der Herde, Leib an Leib mit den anderen Pendlertieren, lasse ich mich die enge Treppe hinabtreiben – und dann das! Ein junger Mann in Bauarbeiterkluft zündet sich vor mir eine Zigarette an. Sofort breitet sich der teergeschwängerte Rauch vor meiner Nase aus. Der Gestank widert mich an. Was tun? Die Luft anhalten? Wie Filmheld Crocodile Dundee über die Köpfe der Meute hinwegsteigen? Dem penetranten Gestank gibt es kein Entkommen. Pfui!

Kaum haben sich die Rauchschwaden verzogen, erglüht auf der Rolltreppe schon der nächste Glimmstängel vor mir. Die Flucht über links ist nicht möglich, denn die Schnellspur ist natürlich blockiert. Doch das ist eine andere Baustelle.

Ob Geschäftsherren im teuren Anzug, Frauen mit Rastazöpfen oder Bauarbeiter – die Unsitte, mitten im Pulk zu rauchen, scheint weder vor Berufsgattung noch Geschlecht Halt zu machen. Es ist doch nicht zu viel verlangt, mit dem Qualmen bis nach dem Bahnhof zu warten.