Polemik

So viel Arroganz muss sich eine Minderheit gefallen lassen

Ach, was leiden die Romands doch unter der Arroganz der Deutschschweizer! Es ist jetzt schon eine Weile her, da präsentierte ein Bundesrat den Medien einen neuen Chefbeamten: einen Berner Oberländer mit hervorragenden Qualifikationen.

Jedoch liessen sich die Journalisten aus der Westschweiz zu einem Feuerwerk an Fragen über dessen Herkunft hinreissen: Warum denn, so der Tenor, kein frankophoner Mitbürger berücksichtigt worden sei?

Die Französischfrage wurde so oft und in so vielen Varianten gestellt, bis sich ein Bündner Medienschaffender seinerseits erkundigte, wann denn wieder einmal mit der Berufung eines Rätoromanen zu rechnen sei. Der Romanen-Journalist wurde nach der Medienkonferenz von den Romand-Journalisten mit Schmähworten nur so eingedeckt: Was ihm einfalle, sich über die Diskriminierung der sprachlichen Minderheit lustig zu machen?

Wie gesagt, die Szene spielte sich vor einiger Zeit schon ab – die welschen Journalisten von damals strafen den impertinenten Bündner aber noch heute mit Verachtung. Immerhin: Einen Job in der Verwaltung haben die meisten von ihnen in der Zwischenzeit doch noch bekommen.(cav)

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