Polemik

Polizeiliche Klischees

Hier stimmt das Klischee: Fredi Hinz, die von Victor Giacobbo verkörperte Kunstfigur, trägt lange Haare und ist ein Kiffer.

Hier stimmt das Klischee: Fredi Hinz, die von Victor Giacobbo verkörperte Kunstfigur, trägt lange Haare und ist ein Kiffer.

Wer lange Haare oder Dreadlocks trägt, der ist für einen Polizisten ein potenzieller Kiffer. Schuld sind die Klischees.

Längere Haare bei Männern, besonders gelockte, bedeuten nur eines: Kiffer-Alarm! Das zumindest muss in der Polizeischule spätestens in der zweiten Lektion vermittelt werden. Noch schlimmer sind einzig Dreadlocks. Dass Dreadlocksträger ihr Bewusstsein mit illegalen Substanzen erweitern, ist jeder Polizistin und jedem Polizisten klar.

Ernsthaft, liebe Polizei?!? Funktioniert der Schweizer Polizeiapparat wirklich derart nach Klischees? Das Leben sagt leider Ja. Wachsen die Haare, wächst die Anzahl Kontrollen. Ob am Flughafen oder sonst wo: Ein Lockenkopf stimuliert die Spürnase der Ermittler. Alles natürlich Zufall. Auch, dass mit der Oma auf dem Beifahrersitz die Wahrscheinlichkeit, am Zoll angehalten zu werden, sinkt. Eine Oma bescheisst doch nicht. Die Locken macht der Lockenwickler. Das Klischee gewinnt.

Und wenn wir schon dabei sind, hier noch ein kleiner Gratis-Klischee-Tipp für die Polizei: Steht mal an den Paradeplatz in Zürich und kontrolliert die Anzugträger. Angeblich schneit es in den Chefetagen der Schweizer Banken auch im Sommer.

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