Polemik

Nestlé für eine Scheibe Schinken

Die Ankunftshalle des Bahnhofs in Milano.

Die Ankunftshalle des Bahnhofs in Milano.

Warum ist unsereins auf einer Reise ins italienische Ferrara 24 Stunden lang glücklich?

Weil es im Mailänder Bahnhof den tollsten «Wartesaal» Europas gibt, den dreistöckigen Buchladen Feltrinelli?

Weil der Barista in der Bar Centrale in fünf Minuten mehr intelligente Sprüche klopft als Giacobbo/Müller in einer ganzen Sendung?

Weil man sich in der 1. Klasse des Frecciarossa dank offerierter Zeitungen und Getränke so königlich fühlt wie auf einem Swissair-Flug anno dazumal?

Weil man in Bologna aus dem Staunen über den neuen unterirdischen Bahnhof nicht mehr herauskommt?

Weil man hier bei einer Umsteigezeit von einer Stunde rasch ums Eck im coolen «I Portici» für 7 Euro traumhafte Tortelli essen kann?

Weil es dann auf der 4,60 Euro teuren Zugfahrt nach Ferrara offiziell keine 1. Klasse gibt, ganz vorne aber dennoch einen prächtigen 1.-Klasse-Wagen hat, in dem Zugspersonal sitzt – und ein paar Verwegene?

Weil im Teatro Comunale von Ferrara der Halbliter Mineral bloss ein Euro kostet?

Weil es noch nachts um halb zwölf im «Don Giovanni» Schinken von Wolf aus Sauris gibt, für den man ganz Nestlé hergeben würde?

Die Schweiz ist arm.

Was ist Ihre Meinung?

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