Zum Schluss noch etwas Erfreuliches für all jene, die sich am Sonntag die Mühe machten, einen Wahlzettel auszufüllen. Auch wenn gerne etwas anderes behauptet wird: Parlamentarier lassen sich durchaus eines Besseren belehren.

Die Gesundheitskommission des Nationalrats hat gestern entschieden: Wer sich ins Koma säuft und deshalb hospitalisiert oder ausgenüchtert werden muss, soll die Kosten nicht selber zahlen müssen. Bereits heute finanziert die Krankenkasse den Aufenthalt im Spital oder der Ausnüchterungszelle. Das soll in Zukunft auch so bleiben.

Der Entscheid ist deshalb erstaunlich, weil dieselbe Kommission noch im April die Kosten auf den Säufer übertragen wollte. Prinzip Selbstverschuldung. Daraufhin hagelte es Kritik, die Büchse der Pandora soll nicht geöffnet werden.

Denn: Trägt ein Raucher nicht auch selbst zu einer Lungenkrankheit bei und ein Dicker zu Diabetes? Nun kann man sagen: Toll! Wenn der Bundesrat gute Argumente aufführt, lassen sich Parlamentarier überzeugen.

Oder man kann aufatmen: Endlich sind die Wahlen vorbei, der Politbetrieb geht in Courant normal über und Politiker entscheiden rational statt populistisch.