Die Augen und Ohren des Staates haben in den Redaktionsstuben nichts verloren. Das sollte in einer Musterdemokratie wie der Schweiz eigentlich klar sein. Ist es aber nicht, wie der Fall Hildebrand zeigt.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat im Rahmen ihrer Ermittlungen um das Bankkonto des ehemaligen Nationalbankpräsidenten auch Telefonverbindungsdaten von Journalisten abgefangen. Die Strafverfolger bestreiten zwar, dass die Medienschaffenden selber Ziel der Lauschaktion waren. Und doch wussten sie sehr genau Bescheid, wie oft SVP-Stratege Christoph Blocher Anfang 2012 mit den «Weltwoche»-Journalisten Roger Köppel und Urs Paul Engeler telefonierte.

Als wäre das nicht genug, gibt es jetzt Journalisten, die die Abhöraktion zu rechtfertigen versuchen. Nicht, weil sie etwas gegen Pressefreiheit hätten. Sondern, weil ihnen die politische Ausrichtung der Kollegen Köppel und Engeler nicht passt.

Ein Spiel mit dem Feuer. Schon beim nächsten Mal könnte es ein Journalist aus der linken Ecke sein, dessen Telefone angezapft werden.

Es ist doch ganz einfach: Ob links oder rechts, das Redaktionsgeheimnis muss für alle gelten.