Um Haaresbreite hätten wir die Sensation verpasst: Der Lokführer meldet: «Grosser Hund angefahren - Tier tot.» Der Kadaver wird zur Sammelstelle gebracht. Kurz bevor er im Verbrennungsofen fachgerecht entsorgt wird, wirft ein Wildhüter noch einen Blick darauf - und identifiziert den Kadaver als Wolf.

Klar stammt der Hund vom Wolf ab, aber so viel Unkenntnis der Beteiligten schleckt dann doch keine Geiss weg.

Kaum wird die Meldung über die Onlineportale verbreitet, greift in den sozialen Medien auch schon die Angst um sich, im Sinne von «Wenn der Wolf mal Hunger hat, ist es ihm wohl egal, ob es ein Waldkind ist . . .».

Da ist ein Wolf für wenige Stunden in der Gegend und dann schon wieder mausetot und gleich jagt er das Sorgenbarometer hoch.

Die Behörden sehen sich zum Einschreiten gezwungen: Sie betonten, dass der Mensch grundsätzlich nicht zum Beutespektrum des Wolfes gehört.

So ganz beruhigen lassen wir uns durch diese Beschwichtigungsversuche selbstverständlich nicht.

In jedem Fall aber wird uns schlagartig bewusst: Es gibt sie sogar bei uns, die Natur - leider. Und nicht nur bei den wilden Bergvölkern, denen wir die schnuckligen Wölfe bislang doch immer so gegönnt haben.