Es war so um die null Grad, am Dienstag in Lenzburg. Der Zug nach Aarau kehrte in Lenzburg um, um seine Verspätung nach Zürich wettzumachen. Die Passagiere nach Aarau wurden ausgeladen. Der nächste Zug nach Aarau fuhr eine halbe Stunde später. Es war wirklich nicht warm. Also betrat ich das Wartehäuschen auf dem Perron. Es war dort windstill und sicher drei Grad wärmer. Eine Heizung sah ich nirgends. Frischluft kam durch die ca. 7 Millimeter breiten Spalten zwischen den Glasscheiben.

Dabei ist doch in unserem nationalen Liedgut festgehalten, dass Wartesäle geheizt sind! (Mani Matter: «und im wartsaal isch gheizt, sitzt e ma, won e stumpe roukt, wo stinkt, und list ds amtsblatt.») Bei den SBB heisst es, der Fahrplan sei heute so dicht, dass es kaum noch lange Wartezeiten beim Umsteigen gebe. Zudem sei das ein strategischer Entscheid, um Energie zu sparen. Aber an diesem Dienstag waren meine Zehen nach fünf Minuten steif und Erfrierungen holte ich mir nur deshalb keine, weil ungefähr hundert andere auf den Zug warteten und ein beträchtlicher Teil davon mit der Körperwärme den klimaneutralen Wartsaal aufwärmte.