Die grosse Mehrheit der Politiker im Bundeshaus hat – wie die Öffentlichkeit auch – aus den Medien erfahren, was Sache ist. Sechs neue Parabolspiegel in Leuk, vier in Wolfrichti. Und das in den letzten zehn Jahren. Der Bundesrat hat den Ausbau amtlich bestätigt.

Doch leider hat der zuständige Verteidigungsminister Ueli Maurer schlecht nachgezählt: Im Berner Oberland sind doppelt so viele neue Antennen gebaut worden wie offiziell angegeben. Das VBS beharrt zuerst auf vier und kommt nach wiederholter Nachfrage immerhin auf sechs neue Spiegel. Man müsse eben unterscheiden zwischen dem effektiven Ausbau und der Planung. Als wäre je die Frage gewesen, wann die Antennen geplant worden seien.

Die Episode zeigt: Wenn es um den Geheimdienst geht, ist Vertrauen zu wenig. Kontrolle ist besser. Es ist nichts als Propaganda, wenn NDB-Chef Markus Seiler sagt, der Schweizer Geheimdienst sei der «weltweit am besten kontrollierte». Schön wär’s. Der Präsident der parlamentarischen Oberaufsicht, Paul Niederberger, plädierte in der Sommersession für Kabelaufklärung, weil die gute alte Funkaufklärung offenbar immer weniger Daten liefere. Allein: Als Insider wusste er über den Ausbau der Funkaufklärung Bescheid. Wie das zusammenpasst, ist sein Geheimnis. Und ja: Man würde jetzt natürlich gerne wissen, ob ein weiterer Ausbau der Abhöranlagen geplant ist. Ob wir der Antwort auch vertrauen sollen?