Schliesslich begeistern sich rund 70 Millionen Menschen dafür, dass vier Hip-Hopper auf einem Pausenhof rumtänzeln.

Im Clip passiert nicht viel: Niemand verrenkt sich in akrobatischen Break-Einlagen, man sieht keine spektakuläre Light-Show und auch keine nackte Haut.

Da wippen einfach vier Menschen synchron im Takt. Klar tragen sie phänomenal assortierte Baumwolltrainer in den überwältigenden Farben Weinrot und Schwarz, und klar bewegen sie sich atemberaubend synchron und klar springt am Ende einer dem anderen sogar todesmutig – hops – auf die Arme. Yeah!

Die Performance reicht punkto Überwältigungseffekt an die «Schwanensee»-Aufführung eines sowjetischen Provinzballetts heran. «So what?», fragt man sich.

Wirklich grandios-überwältigend-atemberaubend ist aber die implizite Botschaft des Videos.

Denn wenn unsere Zeit für etwas derart Unspektakuläres ausreicht; dann, ja dann ist es wohl mit unserem omnibejammerten globalen Alltagsstress nicht halb so weit her.