Das Wahljahr naht, die Parteistrategen laufen sich warm. Kuriose Verrenkungen macht dabei der Tessiner Ständerat Filippo Lombardi. Der Chef der CVP-Bundeshausfraktion ist dafür, dass die SVP als stärkste Partei zwei Sitze im Bundesrat erhält. Und er ist überzeugt, dass die politische Mitte gestärkt werden muss und die Konkordanz keine rein arithmetische Angelegenheit ist. Das hat er in einem Interview mit der «NZZ» von sich gegeben.

Für sich klingt beides irgendwie vernünftig, zusammengenommen ist es Unsinn. Lombardi macht heute Politik, wie er früher Auto gefahren ist: ziemlich beduselt. Er hängt immer noch der spätestens mit der Blocher-Abwahl ad acta gelegten Hoffnung nach, die SVP lasse sich mit einem Regierungssitz korrumpieren und etwas einmitten.

Quatsch. Die SVP macht rechte Dampfhammerpolitik, darauf fusst ihr Erfolg. Lombardi und Konsorten schwafeln sich derweil in die Bedeutungslosigkeit. Die Mitte will stark sein? Gut, es gibt ein Potenzial von über 70 Prozent der Wähler, die mit der SVP nichts am Hut haben. Eine satte Mehrheit, mit der sich das Land regieren lässt. Es ist nicht an der SVP, sich einzumitten. Die Mitte muss sich endlich entscheiden, auf welche Seite sie das Pendel ausschlagen lassen will. (Mou)