Pendlerleben

Im Zug ist alles erlaubt. Fast.

Bloss nicht zu früh aufstehen.

Bloss nicht zu früh aufstehen.

Sie dürfen in einem Zug einen Döner essen, können die Schuhe auf den Sitz legen, laut sprechen – auch sich grölend betrinken. Nur zu, wenn Sie mit Ihren Taschen zwei Sitze besetzen wollen!

Wehe aber, Sie stehen von einer Fahrt von Baden nach Zürich bereits in Hardbrücke auf und balancieren sich vom Fenstersitz über die Beine der zwei Gangsitzer. Die werden Sie anschauen, als hätten Sie ihnen Ihren Döner ins Gesicht gedrückt.

Profipendler sehen in Frühaufstehern das grössere Übel als im Dichtestress. So gibts für mich (seit 29 Jahren GA-Besitzer) nichts Schlimmeres, als in einer Gruppe netter Menschen einem Ziel entgegenzufahren und zu merken, dass sich keiner rührt, selbst wenn der Zug schon bremst.

Dabei ist mit dem Effort so viel «tote Zeit» gutzumachen! Gut und gern zwei Minuten, in Sackbahnhöfen, wo Frühaufsteher sich durch die Wagen schlängeln können, bis zu fünf. Nach einer langen Fahrt, wenn ich mich mitsamt Koffern durch fünf, sechs Wagen vorwärts bewege, ists durchaus auch Thrombose-Profilaxe.

Fahrt doch, intolerante Spätaufsteher, einfach zur nächsten Station, wenn ihr so gerne im Zug sitzt.

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