Polemik

Fastenzeit? Ihr seid doch Heuchler!

Weniger ist mehr in der Fastenzeit.

Weniger ist mehr in der Fastenzeit.

Beim Apéro können Fastende mit ihrer Verzichtsübung Eindruck schinden und provozieren bei manch einem ein schlechtes Gewissen. Doch tun sie gut daran, sich vor jenen zu hüten, welche ihr Getue als pure Heuchelei entlarven. Eine Polemik.

Ich bin am Fasten», tönt es derzeit aus trockenen, hungrigen Mäulern. Da stehen sie mit schmerzverzerrten Gesichtern in der Geburtstagsrunde, nippen am Wasserglas und schielen heimlich auf die Kohlenhydrat-Häppchen.

Ich habe nichts gegen Fasten und Verzicht. Aber warum müssen alle Menschen gleichzeitig verbissen und asozial werden und in römisch-katholischer Manier zwischen Fasnacht und Ostern diäten, obwohl sie nicht mal Gläubige sind? Heuchlerisch.

Klar, viele von ihnen haben es an der Fasnacht masslos übertrieben – wahrscheinlich hält das Masslose gar seit Weihnachten an – und jetzt «missbrauchen» sie die 40-tägige österliche Bussezeit der Katholiken, um sich und ihre Leiber reinzuwaschen.

Die Beste in der Geburtstagsrunde: «Heute ist Sonntag, da darf ich Alkohol trinken.» (Sonntage sind vom Fasten ausgenommen). Die Bekannte hat den Kater also auf Montage verlegt. Ist das besser? Ist das Fasten? Nein, das ist heuchlerisch.

Apropos: Zum Fasten gehören auch intensives Beten, Nächstenliebe sowie Almosen. Letzteres erfüllen die Heuchler, denn so bleiben für uns mehr Snacks und Alkohol.

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