Es gibt Zitate, die bleiben einem im Gedächtnis haften. Beispielsweise dieser Spruch von Jean Tinguely: «Für Diebe gibt es Gefängnisse. Für Künstler Museen.» Das klingt lustig. Ist aber bitterböse. Bitter und böse.

Denn Tinguely hatte Mühe mit den Museen und sie mit ihm. Zu lustig war den hehren Kulturwächtern wie auch dem Publikum der 60er-Jahre sein Maschinenpark. «Heureka!» rief damals keiner, als er die gleichnamige Maschine gebastelt hatte.

Ein paar Jahre später war er schon der populäre Jeannot, und man glaubte, sein Spruch sei ein Angriff von unten nach oben, vom Volkstümlichen gegen das Elitäre. Aber es war vielmehr eine Abrechnung, die Reaktion einer beleidigten Leberwurst.

Wobei die Leberwürste nun das Recht hätten, zu protestieren: Ich würde da aus elitärer Warte über Grundpfeiler der Volksernährung spotten. Jetzt, nachdem sie schon so viel Häme und Verleumdung zu ertragen hatten.

Dabei mag ich Leberwürste. Am liebsten auf dem Teller. Und so dichte ich frei nach Tinguely: Für Ernährungsstudien gibt es Papierkörbe, für ihre Erfinder leider nichts Adäquates.