Lieber unbekannter Wohltäter, Sie haben mir eine Mail geschrieben. Und obwohl sie in äusserst holprigem Englisch verfasst ist, habe ich verstanden, dass Sie mir Gutes tun wollen. Sie haben nämlich einen Onkel von mir ausfindig gemacht, der leider, leider kürzlich das Zeitliche gesegnet hat. Es war offenbar ein sehr reicher Onkel und er hat keine Nachkommen – ausser eben mich.

Deshalb – so teilen Sie mir mit – stünden mir nun als Erbin sagenhafte 9 746 853.60 Euro zu. Deshalb möge ich Ihnen doch bitte meine Bankverbindung, meine Postadresse und meine Handynummer mitteilen.

Verehrter Freund, was wollen Sie noch von mir? Meine AHV-Nummer, meine IP-Adresse, meine BH-Grösse? Entschuldigen Sie, aber ich hatte nie einen Onkel. Ausserdem brauche ich die Kohle dieses angeblichen Verwandten nicht. Ich habe genug Geld und will nicht noch mehr Steuern bezahlen.

Aber ich mache Ihnen einen Vorschlag: Da Sie ein cleverer Typ sind, gelingt es ihnen bestimmt, die Mailadressen von Alexis Tsipras und Yanis Varoufakis aufzutreiben. Schreiben Sie den beiden! Bieten Sie Ihnen die Millionen an. Griechenland braucht das Geld – dringend! Mit freundlichen Grüssen…