Gerne beobachte ich in Linienbussen, wie sich Passagiere die Fahrzeit vertreiben. Oder was sich unter Fahrgästen so alles tut. Es gäbe viel zu erzählen.

Ein hochbetagtes Ehepaar, unsicher auf den Beinen, steigt ein. Es hat genügend freie Sitzplätze. Doch Frau und Mann bevorzugen zu stehen. Freundlich rät ein Bursche den beiden, doch abzusitzen. Beim Anfahren und Anbremsen des Busses besteht Sturzgefahr. Denkste. Fast schon trotzig bleibt das Paar stehen. Beim nächsten Bremsmanöver können sich die beiden Personen nur dank fremder Hilfe auf den Beinen halten. Glück gehabt! «Weshalb diese Sturheit?», frage ich mich und denke mir: «Hört doch auch auf die Jungen.»

Jugendliche müssen immer wieder den Vorwurf hören, sie würden in vollbesetzten öffentlichen Verkehrsmitteln älteren Mitmenschen ihren Sitzplatz nicht freigeben. Oftmals trifft dies zu – aber nicht immer. Regelmässig treffe ich auf Situationen, in denen sich Mädchen und Knaben freiwillig von ihren Sitzen erheben und so älteren oder gehbehinderten Leuten den Platz anbieten. Und regelmässig muss ich zur Kenntnis nehmen, dass Personen dieses Angebot ausschlagen. Das finde ich falsch. Liebe Ältere und Alte, rechnen Sie es doch den Jungen hoch an, wenn sie Ihnen entgegenkommen. Damit zeigt die junge Generation, dass sie umsichtig ist und Verständnis hat. Wenn sie mit «Nein danke» abgespeist wird, sendet das ein falsches Signal aus.

Dann wundere auch ich mich nicht mehr, wenn Junge einfach sitzen bleiben.