Moritz war stets ein grosser, stattlicher Kater. Gut 7 Kilo wog er und wenn er durch die Wohnung stolzierte, konnte man das Spiel seiner kräftigen Muskeln beobachten. „Monsterkater“ nannte ich ihn deswegen manchmal.

Doch vor ungefähr zwei Monaten begann sich das Verhalten von Moritz zu verändern. Zuerst stellte ich fest, dass er nicht mehr mit dem gleichen Appetit frass. Das Trockenfutter am Morgen verschmähte er, beim Nassfutter am Abend haute er allerdings zunächst wie gewohnt tüchtig rein.

Noch war ich nicht beunruhigt. Nun ja, dachte ich, vielleicht mag er das Trockenfutter nicht mehr. Katzen haben schliesslich manchmal so ihre Macken und ein wenig abnehmen schadet ihm nicht. Dennoch kaufte ich eine andere Sorte Trockenfutter, die Moritz aber auch nicht mochte.

Er trank viel und wurde schwach

Als nächstes beobachtete ich, dass der Kater aussergewöhnlich viel und häufig Wasser trank. Das gefiel mir schon weniger, denn ich wusste: Zu viel trinken ist bei Katzen ein Alarmzeichen. Zudem war mein stolzer „Monsterkater“ geradezu dünn und schwach geworden. Auch fehlte ihm offensichtlich die Kraft, um auf den Kleiderschrank zu springen, auf dem er früher zusammen mit Max so gern geschlafen hatte. Ausserdem begann Moritz, sich zurückzuziehen, verkroch sich unter dem Bett, stritt nicht mehr mit Max, spielte nicht mehr mit Mutzeli. Sondern wurde zunehmend apathisch.

Das machte mir Angst und als er eines Abends und auch am folgenden Morgen das Fressen ganz verweigerte, rief ich in der Tierarztpraxis an.
„Notfall“, sagte ich, schilderte die Symptome und bekam innert zwei Stunden einen Termin.


„Der sieht nicht gut aus“, meinte die Tierärztin und zapfte Moritz Blut ab. Dann wurde er „hospitalisiert“ und bekam eine Infusion.
Am Nachmittag der Anruf aus der Tierarztpraxis: „Ihr Kater leidet an Diabetes“, erklärte mir die Tierärztin. „Vor allem aber liegt bereits eine Ketoazidose vor.“

Lebensgefährliche Komplikation

Ich bin nicht Tierärztin, also fehlt mir das Fachwissen, um eine Ketoazidose korrekt zu beschreiben. Deshalb nur so viel: Es handelt sich um eine gefürchtete, weil lebensgefährliche Komplikation im Verlauf einer Diabetes bei Katzen. Das Tier muss unbedingt sofort vom Tierarzt behandelt werden. Und: Bitte achten Sie darauf, ob Ihre Katze Symptome einer Diabetes zeigt (siehe Box).

Drei Tage lang bekam Moritz in der Tierarztpraxis Infusionen. Am Abend holte ich ihn jeweils nach Hause, am frühen Morgen brachte ich ihn wieder hin. Am dritten Tag ging es ihm endlich besser – er hatte die Ketoazidose überstanden.

Seither braucht er aber regelmässig alle 12 Stunden eine Insulin-Spritze. Ich musste lernen, meinem Kater zweimal täglich mit einem so genannten Insulin-Pen das Medikament zu verabreichen. Ausserdem sind vor allem am Anfang regelmässige Kontrollen beim Tierarzt wichtig, damit die Insulin-Dosis richtig eingestellt ist. Gerade am letzten Freitag musste Moritz wieder einen Tag in der Praxis verbringen, wo ihm alle zwei Stunden Blut genommen, der Blutzucker bestimmt und eine Blutzucker-Kurve erstellt wurde. Noch sind die Werte nicht ideal.

Ich habe also neuerdings einen Kater, der im wahrsten Sinne des Wortes „an der Nadel hängt“. So ganz einfach ist die Sache mit dem Spritzen allerdings nicht. Welche Tricks ich dabei manchmal anwenden muss, lesen Sie im nächsten Pfötli-Blog.