Juhui, wir haben Post bekommen! Höpperli und Hopper haben zu unserem letzten Pfötli Blog über das Versteckis spielen einen Kommentar geschrieben. Die Zweibeinerin hat ihn uns vorgelesen. „Liebes Mutzeli, lieber Max, lieber Moritz“, schreiben Höpperli und Hopper, „unsere Zweibeinerin benimmt sich genauso wie eure“. Aber, so unsere beiden Artgenossen, das habe auch sein Gutes: „Es ist nämlich auch schon vorgekommen, dass wir beinahe in einem Schrank eingeschlossen waren, den wir in unserem Gwunder nicht rechtzeitig verlassen haben.“

Liebes Höpperli, lieber Hopper, wie recht ihr doch habt! Mutzeli, Moritz und ich können davon ein Liedchen miauen. Wobei: das Miauen ist ja gerade das Problem.

Natürlich liegen auch wir drei gerne in den Schränken unserer Zweibeinerin. Besonders gerne unten in ihrem Kleiderschrank. Denn dort hat es viele kuschelig weiche Decken. Oder im Wandschrank im Gang. Dort bewahrt sie ihre Bettwäsche auf. Die riecht immer so frisch und fein - mmh.

Normalerweise merkt es die Zweibeinerin, wenn sich eine von uns in einen Schrank verkriecht. Dann lässt sie einfach die Türe offen. Aber manchmal sieht sie es auch nicht. Und genau deshalb will sie wissen, wo wir drei sind, bevor sie weg geht.

Dösen im Wandschrank

Ein paar Stunden lang ist es in so einem Schrank wunderbar. Dösen, träumen, meditieren – was will eine Katze mehr? Stimmt, sie will mehr. Nämlich fressen! Spätestens wenn wir Hunger haben, wollen wir aus dem Schrank raus. Doch wie macht man die Zweibeinerin darauf aufmerksam?

Für Moritz und mich ist das kein Problem. Wir miauen und maunzen uns die Seelen aus unseren Katerleibern. Moritz sowieso. Der schreit unglaublich laut und ganz tief aus der Kehle. Irgendwie machomässig. Besonders schön klingt das nicht. Aber es nützt: Wenn Moritz so ruft, ist die Zweibeinerin sofort zur Stelle. Ich kann auch sehr laut miauen. Meine Stimme ist allerdings eindeutig melodiöser, ich bin der bessere Sänger als Max.

Mutzeli kann nicht miauen

Mutzeli dagegen hat nie gelernt, richtig zu miauen. Sie quäckt und fiept nur kläglich. Am Anfang dachte ich ja, dass es besser wird, wenn sie erwachsen ist. Irrtum! Ihre Stimme ist so leise, dass die Zweibeinerin sie nicht hört, wenn sie im Schrank eingesperrt ist.

Vor ein paar Monaten ist es dann wieder einmal passiert. Mutzeli war in den Wandschrank geschlüpft, ohne dass die Zweibeinerin es gemerkt hatte. Es war ein Sonntagabend. Sie sass im Wohnzimmer vor dem Fernseher und schaute einen Film, in dem die Menschen sich gegenseitig töten. Davon war sie so fasziniert, dass sie Mutzeli überhaupt nicht vermisste.

Ich hatte mich im Gang auf meinem Lieblingsteppich ausgestreckt und döste vor mich hin. Plötzlich hörte ich dieses leise Fiepen. Ich wusste sofort: Das ist Mutzeli. Und mir war auch klar, dass sie im Wandschrank war und nicht raus konnte. Wie konnte ich ihr helfen?

Zuerst trottete ich ins Wohnzimmer, sprang zur Zweibeinerin aufs Sofa und begann, sie mit dem Kopf zu stubsen. Das mache ich häufig, wenn ich meine Streicheleinheiten will und deshalb verstand die Zweibeinerin mich falsch. Sie dachte, ich wolle kuscheln und begann, mich zu streicheln.

Moritz hilft

Also hüpfte ich wieder runter, ging zum Wandschrank und kratzte daran. Es nützte nichts. Die Zweibeinerin hockte immer noch vorm Fernseher. Darauf begann ich zu miauen: „Komm her, befreie Mutzeli!“ rief ich. Das lockte Moritz an. „Mutzeli ist da drin“, teilte ich ihm mit.

Nun stimmte auch Moritz in mein Rufen ein. Es war ein richtiges Katzenkonzert. Und endlich, endlich reagierte die Zweibeinerin. Sie kam in den Gang. Aber sie kapierte immer noch nicht, was wir ihr sagen wollten.
„Was wollt ihr?“ fragte sie. „Ihr könnt jetzt nicht hier rein.“
„Wir wollen nicht rein. Mutzeli ist eingesperrt“, versuchte ich ihr mitzuteilen und kratzte an der Schranktür. Das half. Endlich reagierte die Zweibeinerin richtig und öffnete die Tür. Mutzeli sprang heraus.

Unsere Katzenwelt war wieder in Ordnung. Aber die Menschen sind manchmal wirklich schwer von Begriff.