Pfötli-Blog

Es braucht Zeit, damit das Gespann Mensch und Hund funktioniert

Warum gehorchen, wenn ein treuer Hundeblick Frauchens Herz zum Schmelzen bringt?

Warum gehorchen, wenn ein treuer Hundeblick Frauchens Herz zum Schmelzen bringt?

Alles muss schnell gehen. Zeit ist Mangelware. Will ich aber, dass mein Hund und ich ein Team sind, braucht es mehr, als nur ein paar Minuten. Unser Vierbeiner will die ihm zustehende Zeit. Und das täglich, sieben Tage die Woche.

Kommen wir zur Haustüre herein, flippt unsere Cocker-Spaniel-Hündin regelmässig  aus. Sie kann ihre Freude kaum bändigen. Wir sie – die Hündin und ihre überschwengliche Freude - ebenfalls nicht. Der kleine schwarze Hund springt, jault, wedelt, packt nach Jacken und Taschen, dreht sich, rennt Treppen hoch und runter – alles fast gleichzeitig. Diese unbändige Freude zeigt sie nicht nur, wenn wir länger weg waren. Auch wenn wir nur kurz zum Briefkasten gehen, die Post holen und dann wieder ins Haus zurückkommen. „Jösses, ist das herzig“, lachte kürzlich eine zu Besuch weilende Bekannte. Tja, so herzig auch wieder nicht. Dass unser Hundchen uns so begeistert begrüsst, ist  auch ganz schön nervig.  

Dabei wissen wir ganz genau, dass es nicht der Fehler des Hundes ist, sondern jener seiner Besitzer. Wobei die Freude und Zuneigung der kleinen Hündin nicht wirklich ein Fehler ist, vielmehr zeigt sie uns ja, wie sehr sie uns mag. Sie macht das ja nicht bei anderen Leuten.

Wie es bei der Begrüssung richtig ablaufen soll, zeigt unser grosser Irish-Setter-Rüde. Er kommt zwar auch an die Haustüre, weiss aber ganz genau, dass er warten muss. Warten, bis wir wirklich drinnen sind, Zeit haben, ihn mit Worten und Streicheleinheiten zu begrüssen. Wir haben das mit ihm geübt, schon damals, als er erst wenige Wochen alt war. Auch wenn er es schnell begriffen hatte, was wir von ihm erwarten, so war damit das Üben und miteinander Schaffen keineswegs vorbei.  

Hier kommt die Zeit zum Tragen. Die Zeit, die es braucht, damit das Team Mensch und Hund funktioniert, damit das gegenseitige Verständnis und Vertrauen da ist.

Wer einen Hund zu sich nimmt, muss die Zeit haben, für ihn da zu sein. Und das jeden Tag. Einmal lernen, wie er sich beispielsweise an der Türe zu verhalten hat, genügt nicht. Wir müssen immer wieder alle Dinge in Erinnerung rufen. Nicht nur für den Hund, auch für uns. Diese Zeit darf uns nicht zu schade sein.

Ich freue mich jeweils auch über die Freude unserer Hunde, wenn wir heimkommen. Ich geniesse es, sie zu streicheln und zu knuddeln. Fehlt mir dazu aber die Zeit, so tut mir das leid. Bei allem Gestöhne um den Zeitmangel, weiss ich doch ganz genau, dass nur ein paar Augenblicke mehr, ganz viel im Mensch-Tier-Gespann bringen kann. Das beste Beispiel dafür zeigt mir unsere Hündin. Seit ich damit begonnen habe, mit ihr das richtige Verhalten an der Türe wieder zu üben, läuft es beim Nachhausekommen deutlich ruhiger ab. Sie hat ganz schnell gelernt. Dabei ist die Freude, uns zu sehen, nicht etwa kleiner geworden. 

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